"Lazarus" trifft "Traviata"

26. März 2013, 17:20
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Das Theater an der Wien und seine Pläne für 2013/14 - Über "deprimierende Situation, mir der wir konfrontiert sind", möchte Thomas Drozda erst im April Auskunft geben

Wien - Nein, über das Geld wollte Thomas Drozda, der Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien, dezidiert nicht sprechen. Über "die deprimierende Situation, mir der wir insgesamt konfrontiert sind", möchte er erst im April genauere Auskunft geben.

Auch Intendant Roland Geyer hatte bei der Pressekonferenz des Theaters an der Wien ein Thema, zu dem er partout nichts sagen wollte: warum Olga Neuwirths American Lulu doch nicht schon in der nächsten Saison gezeigt wird.

Eine szenische Uraufführung wird es in der Spielzeit 2013/14 jedoch geben: "Der junge, völlig unbekannte Komponist" (O-Ton Geyer) Iain Bell wird mit A Harlot's Progress eine Fortsetzung von Strawinskis The Rake's Progress vorstellen; beide Stücke sollen die Saison eröffnen.

Auch danach sind im Programm eigene Neuproduktionen mit Neueinstudierungen und Koproduktionen vermischt: Peter Konwitschnys Inszenierung von Verdis La Traviata kommt einschließlich der Protagonistin Marlis Peterson aus Graz - eine Thematik, die durch das Ballett Die Kameliendame von John Neumeier mit Musik von Chopin als Gastspiel aus Hamburg sinnig ergänzt werden soll. Neu einstudiert wird Händels Messias in der Inszenierung von Claus Guth aus dem Jahr 2009. Derselbe Regisseur bereitet auch eine Collage auf Basis von Schuberts Oratoriumfragment Lazarus mit weiterer Musik von Schubert sowie Ives vor.

William Christie leitet die Premiere von Rameaus Platée (Regie: Robert Carsen); René Jacobs dirigiert Mozarts Idomeneo, Nikolaus Harnoncourt erarbeitet zusammen mit Martin Kusej eine neue Interpretation von Così fan tutte. Und Plácido Domingo macht mit Verdis I due Foscari neben Los Angeles, Sofia und London auch in Wien Station.

Dazu kommen wie immer konzertante Opern und Sonderprojekte, eine kabarettistische Revue im Theaterkeller Hölle sowie vier vom Theater an der Wien betreute Produktionen in der Kammeroper. Dass "nur" die Hälfte der Premieren im großen Haus echte Neuheiten sind, sei jedoch keine Einsparung, wie Geyer betonte.

Lieber verbreitet er Stolz über die internationale Resonanz des Hauses. " Im Ausland ist unser Ruf weit besser als in Österreich. Das ist nun einmal so." (daen, DER STANDARD, 27.3.2013)

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    Martin Kusej inszeniert Mozarts "Così".

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