Kammer fürchtet um Kfz-Pickerl-Prüfung

26. März 2013, 18:54
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Wien - Die Wirtschaftskammer (WKÖ) fürchtet wegen der geplanten EU-Mindestnormen für die Überprüfung von Fahrzeugen um das in Österreich bestehende System von Pickerl-Kontrollen durch die Kfz-Werkstätten. Hintergrund ist ein Vorschlag des Berichterstatters im Europaparlament, des deutschen CDU-Abgeordneten Werner Kuhn, der vorsieht, dass Werkstätten und Pickerl-Prüfer künftig verpflichtend voneinander getrennt sein sollen.

Der Entwurf hätte zur Folge, dass in Österreich die rund 5000 Kfz-Werkstätten ihr Geschäft verlieren würden, sagte Karoline Entacher von der WKÖ in Brüssel. Diese überprüfen jährlich etwa sechs Mio. Fahrzeuge.

In Deutschland und anderen EU-Staaten besteht dagegen eine gesetzliche Trennung zwischen Prüfdiensten wie TÜV und Dekra und den Kfz-Reparaturwerkstätten. Die Wirtschaftskammer betont, dass das in Österreich erprobte Pickerl-System "eine vollkommene Unabhängigkeit in technischer, wirtschaftlicher und personeller Weise gewährleistet".

Bei allfälligen Verfehlungen würden Prüfern und Unternehmen umgehend ein Entzug ihrer Lizenz drohen. In Deutschland gebe es hingegen einen heftigen Streit zwischen Werkstätten und Prüforganisationen um den Marktzugang, sagte Entacher.

Der EU-Richtlinienvorschlag soll europaweit Mindeststandards für die regelmäßige Überprüfung von Fahrzeugen und Anhängern schaffen. Die EU-Kommission will dadurch die Zahl der Unfälle, die auf technische Mängel zurückzuführen sind, reduzieren. (APA, DER STANDARD, 27.3.2013)

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