"Loginclusion" - Struktur in den Alltag bringen

26. März 2013, 16:59
  • Der Wiener Verein Login bietet regelmäßige Sportkurse für Arbeitslose, Armutsgefährdete und soziale Randgruppen an.
    foto: verein login

    Der Wiener Verein Login bietet regelmäßige Sportkurse für Arbeitslose, Armutsgefährdete und soziale Randgruppen an.

Der Wiener Verein Login veranstaltet kostengünstige Sportkurse, um die Gesundheit arbeitsloser und armutsgefährdeter Menschen zu fördern

Jobverlust und Erwerbslosigkeit bringen vielfältige Belastungen mit sich: Neben Existenzängsten und Armutsgefährdung vor allem auch die Gefahr sozialer Isolation. Körperliche und seelische Gesundheit sowie ein sinnstiftender Umgang mit Zeit werden dabei oftmals zur Kostenfrage.

Unterstützung im Alltag

Um gegenzusteuern realisiert der Verein Login in der Wiener Weiglgasse (15. Bezirk) Projekte im Bereich Gesundheitsförderung und sozialer Integration. Gegründet wurde er im Jahr 2002 vom Wiener Anton-Proksch-Institut, weil der Bedarf nach weiterführender Unterstützung infolge von stationärer Drogentherapie enorm war. Der Verein bietet freilich kein therapeutisches Angebot, sondern sieht sich als Plattform für Vernetzung und gegenseitige Unterstützung im Alltag.

Im Juli 2011 initiierte der Verein das Projekt "loginclusion - Gesundheitsförderung bei Armutsgefährdung und sozialer Ausgrenzung", das sich speziell an an Langzeitarbeitslose und Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen richtet. Diese haben die Möglichkeit, mittels regelmäßiger Kurse wieder Struktur und Halt in ihren Alltag zu bringen und durch die gemeinsame Aktivität in der Gruppe ihre körperliche, seelische und soziale Gesundheit zu fördern.

Frei zugänglich

Unter den neun Kursen im Angebot sind etwa Fußball, Klettern, Wandern und Nordic Walking, aber etwa auch ein Tanztheaterworkshop. Zusätzlich werden regelmäßige Ausflüge, Wettbewerbe und Auftritte veranstaltet. Die Teilnahme kostet einen freiwilligen Mitgliedsbeitrag von vier Euro pro Monat. "Für diejenigen, die es sich nicht leisten können muss es aber frei zugänglich bleiben", betont Vereinsobmann Alfred Auer.  

Weil besonderes Augenmerk auf soziale Durchmischung gelegt werd steht die Tür jedem offen, so Auer: "Wir teilen die Menschen auch nicht in Schubladen ein, sondern wollen verschiedene gesellschaftliche Gruppen ohne großes Anmeldeprozedere zusammenbringen." Den Teilnehmern ist es überlassen, wie, wann und in welchem Ausmaß sie am Programm teilnehmen.

Großer Bedarf

Die Resonanz ist - vor allem dank Mundpropaganda in Partnereinrichtungen wie Jobtransfair, Caritas und Integrationshaus - groß: Bisher nahmen 393 Personen am Programm teil, derzeit gibt es etwa 120 Teilnehmer pro Woche. Dank vieler Kooperationspartner wie dem ÖKFV oder Juventus Wien gibt es auch Austausch mit den professionellen Sportvereinen.

Das vom Fonds Gesundes Österreich, der Wiener Gesundheitsförderung und "Fit für Österreich" finanzierte Projekt (Gesamtbudget knapp 400.000 Euro) läuft noch bis Ende Juni 2014.

"Leider verfügen wir immer nur über projektbezogene und befristete Finanzierung, weshalb wir nicht wissen ob wir das Projekt auch über 2014 hinaus weiterführen können", sagt Auer. Er sieht die Politik gefordert, auf den offensichtlich vorhandenen Bedarf solcher Angebote zu reagieren und sie entsprechend auszubauen. (Florian Bayer, derStandard.at, 26.3.2013)

Share if you care
2 Postings
sehr gute sache

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.