Europäische Privatgesellschaft als Alternative

26. März 2013, 15:37
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Mit der Schaffung der Unternehmergesellschaft, ebenfalls mit beschränkter Haftung, hat auch Deutschland bereits 2008 eine GmbH "light" mit einem Stammkapital geschaffen, das von einem Euro bis zu 24.999 reicht. Deutschland war Österreich damit einen Schritt voraus und hat die hiesige Diskussion angeheizt. Aber weder die deutsche GmbH light noch die schon lange bestehende britische "Limited" konnten der österreichischen GmbH bisher ernsthaft Konkurrenz machen.

Spannend könnte es nochmals mit der Einführung einer Europäischen Privatgesellschaft (Societas Privata Europaea, SPE) werden. Bereits 2008 lag der erste diesbezügliche Verordnungsvorschlag von der Europäischen Kommission vor, der eine Art GmbH nach anglo-amerikanischem Vorbild mit einem Mindestkapital von einem Euro und eine möglichst große Gestaltungsfreiheit für die Gründer der Gesellschaft vorsieht. Dieser Vorschlag wurde allerdings bisher noch nicht umgesetzt.

Attraktiv für KMUs

Eine solche Gesellschaft könnte gerade für Klein- und Mittelbetriebe sehr attraktiv sein, weil sie einerseits eine beschränkte Haftung wie bei einer GmbH schaffen und andererseits weniger strenge Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsvorschriften enthalten würde. Ob diese weniger strengen Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsvorschriften allerdings die Aufnahme von Fremdkapital zur Finanzierung des Unternehmens erschweren, wird die Zukunft zeigen.

Die Gründung einer solchen Gesellschaft wäre im Vergleich zur Gründung einer österreichischen GmbH voraussichtlich günstiger. Die SPE könnte daher eine echte Konkurrenz zur österreichischen GmbH werden. (Bernhard Rieder, DER STANDARD, 27.3.2013)

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