Ungarns Notenbank senkt Leitzins

26. März 2013, 14:59
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Achte Senkung in Folge

Mit Erleichterung haben die Anleger am Devisenmarkt auf die Senkung der Leitzinsen durch die Zentralbank in Budapest reagiert. Die Währungshüter hatten die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 5,0 Prozent reduziert. Vereinzelt war allerdings nicht ausgeschlossen worden, die Zentralbank könnte bei der ersten Entscheidung unter Vorsitz ihres neuen Chefs Gyorgy Matolcsy einen radikaleren Schritt von 50 Basispunkten vornehmen. So zog der Forint deutlich an. Für einen Euro mussten am Nachmittag nur noch 303,50 Forint bezahlt werden. Am Vorabend waren es noch 306 Forint.

Analysten hatten im Schnitt mit der Zinssenkung um 25 Basispunkte gerechnet. Doch immer wieder waren Stimmen laut geworden, auch eine Senkung um 50 Basispunkte wäre möglich. "Offenbar hatten viel Anleger doch insgeheim darauf gesetzt", sagte ein Händler in Frankfurt am Nachmittag. Diese hätten nun die Nachricht als Anlass genommen, um ihre Euro-Gewinne mitzunehmen.

In Erwartung auf eine aggressive Lockerungspolitik von Matolcsy - er ist ein überzeugter Anhänger des umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orban - hat der Forint seit Jahresbeginn schon rund fünf Prozent verloren. Orban wird vorgeworfen, immer mehr Macht an sich zu ziehen. Kritiker sehen die Unabhängigkeit der Zentralbank bedroht. Matolcsy gilt als Befürworter einer extrem lockeren Geldpolitik, um die Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln. Viele Analysten rechnen damit, dass die Notenbank die Zinsen noch bis auf 4,5 Prozent herunterschrauben wird. (APA, 26.3.2013)

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