Frauenhandel aus der Slowakei nach Österreich aufgedeckt

26. März 2013, 14:29
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Bis zu 70 Frauen wurden zur Prostitution in Bordellen im Innviertel gezwungen - Vier Verdächtige sind in Untersuchungshaft

Linz/Zilina - PolizistInnen der Slowakei und Österreichs haben in gemeinsamen Ermittlungen einen groß angelegten Frauenhandel ausgehoben. Demnach sollen Zuhälter bis zu 70 Frauen nach Oberösterreich gelockt haben, wo sie als Prostituierte arbeiten mussten. Mehrere Verdächtige wurden in der Slowakei festgenommen. Das gab die Polizei-Pressestelle in Linz in einer Aussendung am Dienstag bekannt.

Die Verdächtigen sprachen laut den Ermittlern Frauen in Diskotheken in der Nordslowakei an und stellten ihnen in Aussicht, sie könnten in Bars in Österreich viel Geld verdienen, wenn sie dort die Kunden nur zu vermehrtem Alkoholkonsum animieren. Seit 2001 lockten sie damit Frauen nach Oberösterreich, die dann mit Einschüchterungen und Gewalt in Bordellen zur Prostitution gezwungen wurden.

Geknackt werden konnte der Menschenhandel nach dem "Verkauf" einer polnischen Prostituierten. Ihre Zuhälter sollen von einem 45-jährigen Salzburger, der sich in eine der Frauen verliebt hatte und sie aus dem Milieu holen wollte, 58.000 Euro verlangt haben. Ansonsten werde die junge Frau an eine ausländische Gruppierung übergeben, drohten sie. Der Freier zahlte daraufhin die geforderte Summe.

Frauen konnten flüchten

Doch die Frau konnte zusammen mit anderen slowakischen Frauen aus den Bordellen flüchten. Sie stellten sich der Polizei als Zeuginnen zur Verfügung. Danach nahmen die oberösterreichischen Kriminalisten Kontakt mit ihren slowakischen KollegInnen auf und ermittelten mit ihnen gemeinsam.

Darauf wurde es den Verdächtigen offenbar zu "heiß". Sie zogen sich aus dem österreichischen Milieu zurück und betrieben Bordelle nur noch in ihrer Heimat. In einer von den Staatsanwaltschaften Ried im Innkreis und Zilina geleiteten gemeinsamen Aktion der Polizei beider Länder wurden Anfang März in der Slowakei acht Verdächtige festgenommen. Darunter befinden sich die beiden Hauptverdächtigen, ein 41- und ein 42-jähriger Zuhälter.

Grenzüberschreitender Prostitutionshandel

Aus der Slowakei werden im Zusammenhang mit dem Fall inzwischen bereits elf Festnahmen gemeldet, darunter auch Frauen und ein Ehepaar. Vier landeten in Untersuchungshaft. Den Verdächtigen werden grenzüberschreitender Prostitutionshandel, schwere Erpressung, Menschenhandel, schwere Nötigung und Freiheitsentziehung zur Last gelegt. (APA, 26.3.2013)

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