Österreicher bevorzugen Sechsertragerl beim Bier

26. März 2013, 12:24
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Der Österreicher bleibt seinem Gebinde und seiner Biermarke treu, nur am Land kann auch die Bierkiste punkten

Wien - Die Österreicher bevorzugen beim Flaschenbier Sechserttragerl, bleiben ihrer Biermarke und Gebindeform treu und schauen stärker auf die Qualität als auf den Preis. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsprojekt des Instituts für Handel und Marketing der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, dessen Erkenntnisse im jüngsten WU-Forschungsnewsletter veröffentlicht wurden. Für die Studie wurden österreichweit 348 Personen mit standardisierten Fragebögen befragt.

54 Prozent der Befragten bevorzugen bei der Gebindeform das Sechsertragerl, 29 Prozent setzen auf die Bierkiste und 17 Prozent auf die Einzelflasche. Vor allem in Städten liegt das Sechsertragerl (63 Prozent) weit vor der Bierkiste (16 Prozent), während die Kiste auf dem Land (42 Prozent) fast mit dem Tragerl (45 Prozent) gleichzieht. Das Sechsertragerl wird vor allem wegen des einfachen Transports gekauft, während die Bierkiste wegen der Lagerung zu Hause bevorzugt wird. Die Einzelflasche wird hauptsächlich dann gewählt, wenn Konsumenten einen "Gusto" auf Bier verspüren.

Heavy Beer-Shopper

Weiteres Ergebnis: Ein Drittel der Befragten sind "Heavy Beer-Shopper" und kaufen täglich, ein- bis zweimal pro Woche oder alle zwei Wochen Bier, zwei Drittel zählen umgekehrt zu den "Low Beer-Shoppern" und erwerben ihr Bier einmal pro Monat oder seltener.

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Einkäufer größtenteils ihrer Gebindeform und ihrer Biermarke treu blieben. Die Forscher stellten sich daher die Frage, ob sich dieses "habitualisierte" Kaufverhalten auch in einem expliziten Preiswissen widerspiegelt, und überprüften, ob die Konsumenten die Höhe eines Preises exakt wiedergeben konnten - was nicht der Fall ist. Obwohl eigentlich davon auszugehen wäre, dass "Heavy Beer-Shopper" über ein besseres Preiswissen verfügen, zeigte die Befragung keine signifikanten Unterschiede.

Eine mögliche Erklärung für das vage Preiswissen sieht die Studie darin, dass beim Bierkauf andere Faktoren als wichtiger angesehen werden. Das zeigte sich auch darin, dass "Qualität" und "Markentreue" von den befragten Personen vor dem Faktor "Preis" als entscheidend beim Bierkauf genannt wurden. Das sei aber nicht verwunderlich: Immerhin sei der Bierpreis in Österreich generell auf einem niedrigen Niveau. (APA, 26.3.2013)

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    Bier kommt den Österreichern hauptsächlich übers Sechsertragerl ins Haus.

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