Studie: "Standortdaten gefährden Anonymität"

26. März 2013, 10:52
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Mit nur vier Datenpunkten lassen sich Personen eindeutig identifizieren - Anonymität bei Ortsdatensammlung nur theoretisch gegeben

Eine zunehmende Anzahl von Services nutzt standortbezogene Daten, um den NutzerInnen lokal relevante Angebote oder Informationen zu bieten. Von der Smartphone-App, die interessante Lokale im Umfeld findet bis zum Navi, das die eigenen Standortdaten zur Verbesserung des Services nutzt.

Realität

Gern wird dabei die Anonymität der Datensammlung betont, um Privatsphärenbedenken der NutzerInnen abzufedern. Dass es damit in der Realität nicht weit her ist, demonstriert nun allerdings eine aktuelle Studie recht eindrücklich: Gerade einmal vier Datenpunkte - also eine Kombination aus Standort und Zeitpunk - würden reichen, um eine einzelne Person eindeutig zu erkennen, so das Resultat der Forschung des Massachusetts Institute of Technology in Kooperation mit der Universität von Louvain.

Abgrenzung

Das heißt zwar noch niht, dass man die virtuelle Person auch einer realen identität zuordnen kann - dafür bräuchte es noch andere Hilfsmittel, wie beispielsweis Checkins bei Services wie Foursquare oder Twitter - aber die Abgrenzung zu anderen ist eben eindeutig. Die Art und Weise wie wir uns bewegen, sei so individuell, die Messdaten mittlerweile so genau, dass diese geringe Anzahl von Datenpunkten ausreiche, so Studienautor Yves-Alexandre de Montjoye gegenüber BBC News.

Ausrichtung

Aufgabe der Studie ist es übrigens nicht, bessere Überwachungsmöglichkeiten zu erforschen. Viel mehr haben sich die ForscherInnen zum Ziel gesetzt, herauszufinden, wie "ungenau" die Daten sein dürfen, damit einerseits die Qualität der Services nicht leidet, aber auch die maximale Anonymität geboten werde. (red, derStandard.at, 26.03.13)

  • Aktuelle Smartphones sammeln eine Fülle von Standortdaten, oft mit dem Versprechen der Anonymität. Damit ist es allerdings in der Realität nicht weit her.

    Aktuelle Smartphones sammeln eine Fülle von Standortdaten, oft mit dem Versprechen der Anonymität. Damit ist es allerdings in der Realität nicht weit her.

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