Soziale Isolation und höhere Sterblichkeit

25. März 2013, 22:03
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Britische Studie stellt Zusammenhang fest - Häufung schwerer Gesundheitsprobleme bei Vereinsamung im Alter

London - Ältere Menschen, die vereinsamt und von ihrem sozialen Umfeld isoliert sind, sterben früher. Das belegt eine Studie, die jetzt vom University College in London vorgelegt wurde. Die Untersuchung an 6.500 Männern und Frauen zeigt auch, dass soziale Isolation häufiger in Bevölkerungsschichten mit weniger Bildung und Wohlstand vorkommt. Die Langzeitstudie begann in den Jahren 2004 und 2005 mit Menschen im Alter von über 52 Jahren. Ihre Lebensläufe verfolgten die Forscher akribisch bis März 2012.

Den Grad von Einsamkeit und Isolation maßen die Wissenschafter für ihre Untersuchung anhand einer international gültigen Skala. Hatten die Studienteilnehmer begrenzten Kontakt zu Familie, Freunden und Organisationen in der Gemeinde, so wurden sie als sozial isoliert eingestuft. Von den 918 Männern und Frauen, die bis 2012 bereits gestorben waren, gehörten 21,9 Prozent in die Gruppe mit dem höchsten Isolationsfaktor. Nur 12,3 Prozent der Todesfälle kamen in der Gruppe mit dem niedrigsten Isolationsfaktor vor. 19,2 Prozent der Gestorbenen waren auch der Gruppe mit dem höchsten Einsamkeitsfaktor zuzurechnen, 13 Prozent gehörten zur Gruppe mit dem niedrigsten.

Gesundheitsprobleme durch Vereinsamung

Die Untersuchung zeigte aber auch, dass besonders die Vereinsamung im Alter eine Häufung bei schweren Gesundheitsproblemen, zum Beispiel Herzerkrankungen, chronische Lungenkrankheiten und Arthritis begünstigen könne, schreiben die Forscher. Bei sozialer Isolation sei diese Verbindung nicht so stark nachweisbar. Dies deute darauf hin, dass beide Effekte getrennt voneinander betrachtet werden müssten. Hinsichtlich der Geschlechter hatten die Forscher "keine signifikanten Unterschiede" festgestellt.

Die Studie deute zudem darauf hin, dass die subjektive Erfahrung von Einsamkeit, die oft als psychologische Manifestation von sozialer Isolation angesehen wird, nicht der primäre Mechanismus sei, der den Zusammenhang von sozialer Isolation und Sterblichkeit in der Studie erklären könne. Andere Mechanismen müssten noch untersucht werden - so zum Beispiel der Lebensstil oder das im medizinischen Notfall vielleicht fehlende soziale Netzwerk.

Isolation und Einsamkeit wirkten sich zwar beide auf die Lebensqualität und das Wohlbefinden aus, Maßnahmen zur Reduzierung der sozialen Isolation älterer Menschen dürften aber relevanter sein, um die Sterblichkeit zu senken, schließen die Forscher. Sie hoffen, aus den Ergebnissen künftig weitere Rückschlüsse für die Altenhilfe ziehen zu können. (APA/red, derStandard.at, 25.3.2013)

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    Britische Forscher untersuchten die Auswirkungen von Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen auf Gesundheit und Mortalität.

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