Waffenlieferungen an syrische Rebellen deutlich ausgeweitet

25. März 2013, 19:23
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"New York Times": US-Geheimdienst CIA unterstützt Türkei und arabische Länder - UN ziehen Hälfte ihres Personals aus Syrien ab - Rebellen kündigen Raketenangriffe an

Damaskus/Washington/Ankara - Die arabischen Staaten und die Türkei haben einem Bericht der "New York Times" zufolge mit Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA ihre Waffenlieferungen an die Rebellen im syrischen Bürgerkrieg deutlich ausgeweitet. Anlaufpunkt für die Lieferungen seien der Flughafen Esenboga nahe Ankara sowie andere Flughäfen in der Türkei und Jordanien, schrieb die US-Zeitung am Montag. Von dort werde die militärische Ausrüstung mit Lastwagen über die Grenze nach Syrien gebracht.

Bisher hätten die Unterstützer der Aufständischen mehr als 160 Frachtflüge organisiert, berichtete die "New York Times". CIA-Agenten helfen Ankara und den arabischen Regierungen demnach beim Waffenkauf und sollen unter anderem eine Großlieferung aus Kroatien eingefädelt haben. Außerdem überprüfe der US-Geheimdienst die belieferten syrischen Rebellengruppen, damit die Waffen nicht in die Hände von radikalen Islamisten geraten.

Die Protestbewegung des Arabischen Frühlings hatte vor mehr als zwei Jahren auch Syrien erfasst. Der Aufstand gegen Staatschef Bashar al-Assad entwickelte sich zu einem blutigen Bürgerkrieg, in dem nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit März 2011 mehr als 70.000 Menschen getötet wurden. Die gegen Assad kämpfende Oppositionsbewegung ist allerdings zersplittert. Unter den Assad-Gegnern befindet sich auch die islamistische Al-Nusra-Front, die von den USA als Terrorgruppe eingestuft wird.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama scheut bisher davor zurück, die Aufständischen in Syrien direkt mit Waffen zu unterstützen. Im Kongress in Washington sprechen sich ranghohe Abgeordnete der Republikaner aber dafür aus. Auch in Europa ist die Frage von Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen sehr umstritten. Während Frankreich und Großbritannien eine Aufhebung des Waffenembargos der EU fordern, befürchten andere Länder, dass der Konflikt dadurch nur weiter angeheizt würde.

UN ziehen Mitarbeiter ab

Die Vereinten Nationen ziehen unterdessen nach Angaben von Diplomaten rund die Hälfte ihres noch in Syrien verbliebenen internationalen Personals ab. Diplomaten sagten der Nachrichtenagentur AFP am Montag, die Maßnahme sei wegen der "wachsenden Gefahr" in dem bewaffneten Konflikt getroffen worden. Demnach halten sich derzeit noch rund hundert UN-Mitarbeiter in dem Bürgerkriegsland auf. Geschlossen wird auch das Büro des Syrien-Sondergesandten von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, in der Hauptstadt Damaskus. Sein Personal werde von Ägypten oder vom Libanon aus arbeiten.

In der Vergangenheit habe es immer wieder Selbstmordanschläge und zahlreiche Angriffe nahe der UN-Vertretung gegeben, hieß es zur Begründung für den Schritt aus Diplomatenkreisen. Die UN leisten in Syrien vor allem humanitäre Hilfe. Die Verteilung von Hilfsgütern der UN soll nun unter anderem der Syrische Rote Halbmond übernehmen. 

Rebellen kündigen Raketenangriffe an

Die Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) haben Raketenangriffe auf mehrere strategisch wichtige Ziele in Damaskus angekündigt. In einer Erklärung der FSA vom Montag werden die Bewohner von Damaskus aufgefordert, sich schnell in Sicherheit zu bringen: "Wir raten dazu, die Umgebung der Gebäude des Präsidenten, der Armee und der Sicherheitsdienste schnell zu verlassen".

Die FSA werde Boden-Boden-Raketen einsetzen. Die von Deserteuren gegründete Rebellentruppe hat inzwischen die Kontrolle über Gebiete in mehreren Provinzen übernommen. Im Zentrum von Damaskus konnte sie jedoch bisher nur vereinzelte Angriffe durchführen. (APA, 25.3.2013)

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