Wasserschaden legte Bregenzer Post lahm

25. März 2013, 18:11
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Server in Hauptpostamt fiel aus, Krisenmanagement hatte Anlaufprobleme

Bregenz - Was tut die Post, wenn die EDV-Anlage ausfällt? Die Filiale Bregenz, früher Hauptpostamt genannt, lieferte am Montag ein Anschauungsbeispiel. "Wegen Wasserschaden kein Postbetrieb möglich" wurde den Kunden auf handgeschriebenen Zetteln an den Eingängen mitgeteilt.

Durch eine falsch angeschlossene Waschmaschine in den Räumen über dem Serverraum sei Wasser in den Server eingedrungen, nichts funktioniere mehr, erklärten freundliche, aber ratlose Postdienstleister den erstaunten Kunden. Nein, leider, man könne keine Briefe entgegennehmen. Ohne Computer keine Briefabfertigung, keine Paketausgabe und schon gar keine Bankgeschäfte ...

Da stellt sich neben der Frage der Serversicherheit (aus Kostengründen gibt es keinen zweiten Server) auch die Frage nach Plan B. "Natürlich haben wir für solche Fälle einen Plan B", sagt Pressesprecher Stephan Fuchs. Der laute: Kunden in die nächste Postfiliale schicken (die zweite Bregenzer Post-Filiale liegt 2,5 Kilometer entfernt) oder arbeiten wie in Vor-Computer-Zeiten. Bis man am Bregenzer Schalter Version zwei realisierte und zu Handkasse, -zettel und Taschenrechner griff, dauerte es gute vier Schreckstunden. Kurz nach 14 Uhr war dann eine Ersatzleitung gelegt, die Post konnte wieder online gehen.

"Höhere Gewalt"

"Höhere Gewalt", entschuldigt sich der Pressesprecher. Dass die Misere von oben kam, bestätigt auch Teamleiter Reinhard Büchele: "Wasser ist von der Decke in den Server getropft, hat einen Kurzschluss ausgelöst."

Nun muss die Immobiliengesellschaft der Post, die einen Großteil des klassizistischen Gebäudes fremdvermietet hat, eruieren, woher das Wasser kam. Dass die Schneiderei des Landestheaters, über dem Technikraum situiert, die Post lahmlegte, ist vorerst noch ein Gerücht. (jub, DER STANDARD, 26.3.2013)

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