Vorschlag für "Wohnsparen"

25. März 2013, 17:30
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S-Bausparkasse-Chef Schmidinger: Prämiengeförderte Altersvorsorge für zweite Ebene öffnen - MVÖ-Präsident: Zuschläge bei Richtwertmieten "taxativ aufzählen"

Wien - Die Diskussion über zu wenige günstige Neubauwohnungen reißt nicht ab. Der Chef der S-Bausparkasse, Josef Schmidinger, schlug am Montag die Öffnung der prämiengeförderten Altersvorsorge (Zukunftsvorsorge) für eine zweite Ebene vor. Neben dem Kapitalansparen wie bisher sollte bei der Reform der Zukunftsvorsorge auch ein " Wohnungsansparen" ermöglicht werden, das auch für höhere Eigenmittel bei Gemeinnützigen gelten soll.

Für "Bundeswohnbauagentur"

Die Miete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung liege, zu den aktuellen Baukosten und einem angenommenen Zinssatz von 1,73 Prozent, aktuell bei 618 Euro. Ein Anstieg des Zinssatzes um einen Prozentpunkt bringe bereits eine Verteuerung von 50 Euro pro Monat. Es seien mehr stabile Mittel der öffentlichen Hand wichtig. Zusätzlich zur Förderung der Länder könnten Kapitalmarktgelder zur Verfügung gestellt werden, etwa über eine "Bundeswohnbauagentur", die selbst die Mittel aufnimmt und sie dem Wohnbausektor zur Verfügung stellt. Als Stabilisator bei der Fremdfinanzierung könnten Pensionskassen und Versicherungen wirken.

Dem Präsidenten der Mietervereinigung, Georg Niedermühlbichler, sind die unübersichtlichen Zuschläge ein Dorn im Auge. Der Vermieter müsse nicht bekanntgeben, wofür er Zuschläge verlangt und wofür nicht. Das müsste er erst in einem Verfahren nachweisen. "Hier setzen wir auf Transparenz: Die Zuschläge, die man verlangen darf, müssen Punkt für Punkt taxativ im Gesetz aufgeführt werden", sagte der Mieterschützer zum STANDARD. Darüber hinaus müsse im Mietvertrag angegeben werden, welche Zuschläge verlangt werden. Grundsätzlich sollten die Zuschläge mit 25 Prozent des Richtwerts begrenzt werden.

Zwist über Betriebskosten

Vermieter wie Mietervereinigung wollen eine Reform der Betriebskostenabrechnung, allerdings mit unterschiedlicher Ausgangslage: Laut Niedermühlbichler würden die Vermieter zu viel hineinrechnen. So dürfe die Grundsteuer, eine klassische Vermögenssteuer, dem Mieter verrechnet werden. Das Gleiche gelte für die Versicherungen, mit denen lediglich das Risiko der Vermieter und Hauseigentümer abgesichert werde. Sie machen rund 25 Prozent der Betriebskosten aus - gleich viel wie Abwasser, Wasser und Müllentsorgung zusammen. Im Gegensatz zu den Versicherungen stünden hier aber tatsächliche Leistungen gegenüber. (cr, josa, DER STANDARD, 26.3.2013)

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