"Open Access Netzwerk Austria" gegründet

25. März 2013, 16:33
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Ziele u.a. die Abstimmung der und Empfehlungen zu Open-Access-Aktivitäten in Österreich

Wien - Derzeit sind viele wissenschaftliche Erkenntnisse nur über kostenpflichtige Zeitschriften bzw. Datenbanken zugänglich. Bibliotheken und wissenschaftliche Einrichtungen klagen über deren hohe Anschaffungskosten, in ärmeren Ländern wird der Zugang zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen so völlig unmöglich. Und Einzelpersonen, die sich Wissen aneignen bzw. zu einem bestimmten Thema recherchieren wollen, stehen oft vor einer unüberwindbaren Hürde.

Dem steht seit einigen Jahren die Open Access-Bewegung gegenüber, die wissenschaftliche Texte kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich macht. Unter der Schirmherrschaft der Universitätenkonferenz (uniko) und des Wissenschaftsfonds (FWF) wurde nun das "Open Access Netzwerk Austria" (OANA) gegründet. In dessen Rahmen gibt es Ansprechpartner an allen Universitäten sowie an vielen Privatunis, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen, teilte der FWF am Montag mit. 

Ziele des "Open Access Netzwerk Austria"

Ziele des OANA sind u.a. die Abstimmung der und Empfehlungen zu Open-Access-Aktivitäten in Österreich, die Positionierung gegenüber den Informationsanbietern, vor allem Verlagen, und die Bereitstellung von Informationen für Wissenschafter und Forschungsstätten. "Angesichts der Tatsache, dass Förderorganisationen zunehmen Open Access einfordern, werden solche Informationen immer wichtiger", erklärte FWF-Experte Falk Reckling.

Er verweist etwa auf Großbritannien, wo künftig alle mit öffentlichen Mittel geförderten Wissenschafter verpflichtet werden, Open Access zu publizieren. Auch im Rahmen des neuen EU-Forschungsprogramms soll es eine solche Verpflichtung geben. Im Herbst ist eine erste Informationsveranstaltung des OANA geplant.

Hintergrund Open Access-Bewegung

Bei der Open Access-Bewegung wird zwischen zwei Zugängen unterschieden: Der "Grüne Weg" bezeichnet die Archivierung von Artikeln, die in klassischen Zeitschriften erschienen sind, auf frei zugänglichen Homepages bzw. in institutionellen Archiven. Beim "Goldenen Weg" wird der wissenschaftliche Artikel in einer Zeitschrift, die allen frei zugänglich ist, veröffentlicht. Prominente Beispiele sind die Zeitschriften der Public Library of Science (PLoS) oder von BioMedCentral.

Aus Österreich kommen zum Beispiel renommierte Zeitschriften wie das "Vienna Yearbook of Population Research", die "European Integration online Papers" und die "Living Reviews in European Governance", aber auch kleinere Open Access-Veröffentlichungen wie beispielsweise die "Bildungsforschung" und die "Zeitschrift für Hochschulentwicklung". (APA/red, derStandard.at, 25.3.2013)

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