Immofinanz-Haftungsfonds könnte deutlich steigen

25. März 2013, 14:16
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Wien - In der Anleger-Causa um die Immofinanz könnte der Haftungsfonds deutlich steigen: 23 Millionen Euro des "Kaufpreises" für die aus der Constantia Privatbank (CPB) herausgelöste "Good Bank" Semper Constantia seien bei einem Notar hinterlegt worden, schreibt das "WirtschaftsBlatt" am Montag unter Berufung auf einen Semper-Schriftsatz. An dieses Geld versucht Anlegeranwalt Wolfgang Haslinger zu kommen und hat bereits im Vorjahr die "Good Bank" geklagt. Den bei der Spaltung der CPB vereinbarten Haftungsausschluss sieht der Anwalt als unwirksam an. Die Höhe des Haftungsfonds könnte sich laut Zeitung damit von rund 80 Mio. Euro auf 103 Mio. Euro steigern.

Die Semper Constantia weist die Haftung für Schäden in dem von Haslinger angestrengten Verfahren auf APA-Anfrage zurück: "Durch die treuhändige Hinterlegung des Kaufpreises wurde der Haftungsfonds etwaiger Gläubiger der Constantia Privatbank AG keinesfalls verringert", teilte die Bank mit. Eine gesetzliche Haftung wie von Haslinger argumentiert könne daher nicht vorliegen, ist man überzeugt.

Die Semper Constantia wurde Ende 2009 - nach dem Auffangen der CPB durch die führenden Banken Österreichs - von einer Investoren-Gruppe gekauft, während die "Bad Bank" Aviso Zeta AG von der Immofinanz-Gruppe übernommen wurde. Jeweils 48 Prozent an der "Good Bank" kauften Strabag-Chef Peter Haselsteiner und Donau-Chemie-Eigentümer Alain de Krassny, die restlichen 4 Prozent erwarb der Sanierer Ewald Grossnigg. Der Kaufpreis soll rund 30 Mio. Euro betragen haben.

Im Sommer/Herbst 2012 ist de Krassny ausgestiegen und hat seinen Anteil an Haselsteiner verkauft. An der Semper Constantia hält derzeit die Copernicus I Gmbh knapp über 90 Prozent und der Vorarlberger Unternehmer Roman Rauch knapp 10 Prozent. An Copernicus I ist zu 92,3 Prozent Haselsteiner über sein Firmengeflecht beteiligt, die restlichen knapp 7,7 Prozent beherrscht Grossnigg, wie aus dem FirmenCompass hervorgeht.

Bisher haben Anleger, die etwa mit Immofinanz- oder Immoeast-Aktien Geld verloren haben, Ansprüche vor allem gegenüber der zur Immofinanz gehörenden "Bad Bank" Aviso Zeta geltend gemacht. Vielfach wurden aber auch externe Wertpapiervermittler verklagt. (APA, 25.3.2013)

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