Kapellari zu homophobem Pfarrer: "So geht's nicht"

25. März 2013, 13:56
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Einschreiten bei weiteren "Exzessen" des südsteirischen Gottesmannes

Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari hat am Montag noch einmal zu den wiederholten abfälligen Äußerungen (derStandard.at berichtete) des südsteirischen Pfarrers Karl Tropper zu Homosexualität und Islam Stellung genommen: "Nach langen Suchungen hat sich die Kirche entschlossen, ihre jetzige Haltung einzunehmen", so Kapellari. Es habe angesichts der Äußerungen Troppers gegolten, eine Grenze zu ziehen: "So geht's nicht". Die Staatsanwaltschaft habe entschieden, dass strafrechtlich gesehen keine Verhetzung vorliege, aber "verhetzt wurde, im umgangssprachlichen Sinn".

Kapellari erklärte, er sei zusammen mit Tropper zum Priester geweiht worden, er habe öfter mit ihm geredet, auch über "solch komplexe Themen". Tropper sehe offenbar nicht ganz ein, dass er in hohem Maße polarisiere. Es gehe nicht darum schönzufärben, sagte der Bischof am Randes eines Pressegesprächs in Graz. Aber wenn der Pfarrer von St. Veit am Vogau sage, der Islam sei "das mieseste von allen", dann rede er unqualifiziert und das sei nicht zu akzeptieren. Zum Predigtverbot über Ostern - die Predigten hält Generalvikar Heinrich Schnuderl - sagte der Bischof, man habe damit ein Zeichen gesetzt. Auf die Frage, wie es nun mit dem Ende August in Pension gehenden Pfarrer weitergehe, sagte Kapellari: "Der Ausgang ist offen, aber so geht es nicht." Bei "Exzessen" werde er, Kapellari, wieder einschreiten , "wenn er es überreizt".

Kapellari will nicht mehr

Kapellari hofft indes auf einen baldigen Rückzug von seiner Funktion als Oberhirte der Grünen Mark: "Ich wünsche mir, dass meine Aufgabe hier nicht mehr verlängert wird; ich hoffe, es dauert maximal noch ein paar Monate", sagte Kapellari am Rande eines Pressegesprächs am Montag in Graz. Genau könne er den Zeitpunkt nicht sagen. Diesen festzulegen ist Aufgabe des neuen Papstes Franziskus, aber "ich bin schon eine Ausnahme im deutschsprachigen Raum" (APA, 25.3.2013)

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