Russland will auf Beresowski-Vermögen zugreifen

25. März 2013, 16:06
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Generalstaatsanwaltschaft will Rückgabe von angeblich illegal angeeigneten Besitztümern - Obduktion durchgeführt, noch keine Ergebnisse

London/Moskau - Nach dem Tod des Kremlkritikers Boris Beresowski will Russland auf das Vermögen des in Moskau wegen zahlreicher Wirtschaftsverbrechen verurteilten Unternehmers zugreifen. Die Generalstaatsanwaltschaft strebe weiter eine Rückgabe von Besitztümern an, die Beresowski sich illegal angeeignet habe, teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax am Montag mit. Details wurden nicht genannt.

Der am Samstag tot in Großbritannien aufgefundene frühere Moskauer Machtpolitiker war nach seiner Flucht ins englische Exil von der russischen Justiz in gut einem Dutzend Verfahren in Abwesenheit verurteilt worden. Beresowski hatte die Prozesse als politische Rache gegen ihn kritisiert.

Der Gegner von Präsident Wladimir Putin war im Alter von 67 Jahren gestorben. Die Todesursache ist unklar. Allerdings hatten Ermittler nach ersten Erkenntnissen keine Hinweise auf ein Verbrechen entdeckt. Möglich ist nach Meinung von Angehörigen ein Herzinfarkt. In russischen Medien stritten Experten darüber, ob sich Beresowski wegen Depressionen und finanzieller Probleme das Leben genommen haben könnte. Vertraute Beresowskis bezweifelten einen Selbstmord.

Die Leiche Beresowskis ist am Montag einer gerichtsmedizinischen Untersuchung unterzogen worden. Ergebnisse der Obduktion stünden nicht vor dem späten Montagabend fest, teilte die Thames Valley Police am Montag mit. (APA, 25.3.2013)

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    Beresowski wurde am Samstag tot vor seinem Haus nahe London gefunden.

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