SpitzenkandidatInnen der Tiroler Landtagswahl

Ansichtssache25. März 2013, 17:51
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Wenn in Tirol am 28. April gewählt wird, tritt eine Vielzahl von Parteien und Listen an. Einige davon versuchen ihr Glück das erste Mal. Es sind Politikneulinge und erfahrene Politiker in neuen Parteien, die den Ausgang der Tiroler Landtagswahl ungewiss machen. Wenige Wochen vor dem Wahlgang ein erster Überblick über die KandidatInnen.

1

Landeshauptmann Günther Platter stellt sich zum ersten Mal als Spitzenkandidat der Wahl. Im Jahr 2008 hatte sein Vorgänger Herwig van Staa 40,5 Prozent für die ÖVP geholt, ein Verlust von über 9 Prozent. Van Staa ist nun Landtagspräsident. Platter war Verteidigungs- und Innenminister und wechselte im Juni 2008 nach Innsbruck. In den letzten Jahren amtierte Platter nicht ohne Probleme, eine intensive Debatte über Jagdeinladungen, der Rücktritt seines Landesrats Christian Switak, die Nähe zur TIWAG und nicht zuletzt die Innsbrucker Koalition ohne ÖVP-Beteiligung machten dem ÖVP-Chef in Tirol zu Schaffen. In der zweiten Jahreshälfte 2012 war Platter Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz. In diese Zeit fiel auch sein Bekenntnis für eine gemeinsame Schule – ein Abrücken von einer ÖVP-Kernposition.

2

Als Newcomer in der Tiroler Politiklandschaft schaffte es die Liste Fritz unter ihrem Parteichef Fritz Dinkhauser bei der letzten Landtagswahl auf Anhieb auf 18,35 Prozent - Platz 2. Anfang des Jahres zog Dinkhauser aber aus gesundheitlichen Gründen die Spitzenkandidatur zurück, ungewiss blieb die Zukunft der Liste. Anfang März entschloss man sich zum Antreten, die derzeitige Klubobfrau im Tiroler Landtag, Andrea Haselwanter-Schneider, ist nun Spitzenkandidatin. Obmann bleibt Fritz Dinkhauser.

3

Gerhard Reheis führt die Sozialdemokraten in die Landtagswahl. Er ist Landeshauptmannstellvertreter und als solcher zuständig für Soziales und Integration. Reheis kommt aus Imst und war dort auch von 2001 bis 2008 Bürgermeister. Bevor Reheis in die Landesregierung wechselte, war er im Nationalrat. Für die SPÖ ist es eine schwierige Wahl, sie muss die Verluste des letzten Urnengangs aufholen, andererseits sitzt sie als Juniorpartner in der Regierung mit der ÖVP. Bei der vergangenen Wahl holte die SPÖ 15,56 Prozent - Platz 3.

4

Die FPÖ geht indes mit einer Doppelspitze in den Landtagswahlkampf. Auf dem ersten Listenplatz kandidiert Gerald Hauser, der Innsbrucker Gemeinderat Rudolf Federspiel kandidiert auf Platz 2. Federspiel kehrt somit in die Partei zurück, die ihn einst ausgeschlossen hatte. Federspiel ist Spitzenkandidat in Innsbruck, gerade in der Landeshauptstadt ging es rund um die Gemeinderatswahl innerparteilich turbulent zu. Bei der letzten Wahl kam die FPÖ mit 12,41 Prozentpunkten auf Platz 4.

5

Für die Grünen geht Ingrid Felipe als Spitzenkandidatin ins Rennen. Die Betriebswirtin ist seit 2009 Landessprecherin, im vergangenen November wurde sie Spitzenkandidatin der Tiroler Grünen. Bei der letzten Landtagswahlen verloren die Grünen 4,8 Prozentpunkte und kamen auf 10,73 Prozent der Wählerstimmen - Platz 5. Ziel von Felipe ist eine Koalition ohne Beteiligung der ÖVP, die Grünen wollen nach den Verlusten bei der letzten Wahl auf den zweiten Platz. Felipe ist seit Mai 2012 Landtagsabgeordnete.

6

Fritz Gurgiser tritt heuer mit einer eigenen Listen, bei der letzten Wahl kandidierte er für die Liste Fritz, überwarf sich aber mit Dinkhauser. Gurgiser bildete nach dem Ausscheiden aus der Liste Fritz mit Thomas Schnitzer einen eigenen Landtagsklub, Bürgerklub Tirol. Gurgiser ist darüber hinaus Gründer des Transitforum Austria. Bei der Landtagswahl tritt Gurgiser unter dem Namen "Gurgiser&Team" an.

7

Neu ins Rennen geht die Liste "vorwärts Tirol", deren Spitzenkandidat Hans Lindenberger einst für die SPÖ Landesrat war. Gemeinsam mit der Innsbrucker Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und der ehemaligen ÖVP-Landesrätin Anna Hosp wurde die Liste im Jänner gegründet. Enge Verbindung gibt es mit der Innsbrucker Stadtpartei "Für Innsbruck". Ausgeschlossen hat "vorwärts Tirol" eine Koalition mit der ÖVP unter einem Landeshauptmann Platter. Ziel der Liste: Ein zweistelliges Ergebnis und der zweite Platz.

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Auch weitere Parteien treten bei der Landtagswahl an: Das Team Stronach hat mit dem Tischlereibesitzer Walter Jenewein ein weithin unbekanntes Gesicht an der Spitze. Jenewein ist auch Gemeindevorstand in Mieders.

Ebenfalls neu geht der Ex-Wirtschaftsbündler Patrick Pfurtscheller mit der Liste "Für Tirol" ins Rennen. Die KPÖ tritt in allen Bezirken bis auf Landeck an, Spitzenkandidat ist Roland Steixner. Die Piraten treten  nur in Innsbruck, Innsbruck-Land und Schwaz an, Spitzenkandidatin ist Irene Labner.

Nicht antreten wird in Tirol hingegen das BZÖ. Es will seine Kräfte für die Nationalratswahl bündeln. (seb, derStandard.at, 25.3.2013)

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