Steuerschonend auf Zypern

25. März 2013, 11:28
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Auch österreichische Firmen nutzen die Steuervorteile auf Zypern, jetzt könnten sie weiterwandern

Zypern galt wegen seiner laschen Finanzvorschriften als Zufluchtsort für Steuersünder. Über 40.000 Briefkastenfirmen sind auf der Insel registriert. Aber es sind nicht nur russische Oligarchen, die ihr Geld dort deponiert haben. Auch österreichische Firmen nutzen die Steuervorteile. Die Körperschaftssteuer beträgt nur 10 Prozent.

Drei ATX-Player aus dem Immobilienbereich mit Zypern-Verbindungen hat das Wirtschaftsblatt ausgemacht: Immofinanz, CA Immo und Conwert. Die Erklärung: Doppelbesteuerungsabkommen Zyperns mit CEE-Ländern und Russland. Werden in Osteuropa Immobilien ver- oder gekauft, läuft das oft über eine zypriotische Holding.

Immofinanz-CEO Eduard Zehetner zeigt sich gegenüber dem Wirtschaftsblatt dennoch entspannt: "Da unsere Holdinggesellschaften keine operative Tätigkeit ausführen, sind die Beträge auf Bankkonten auf Zypern sehr limitiert. Eine mögliche Zwangsabgabe auf Bankguthaben hätte – je nach Ausgestaltung – eine sehr geringe Auswirkung, jedenfalls unter 100.000 Euro", so Zehetner.

Bei der CA Immo seien mögliche Effekte "im Bereich von Rundungsfehlern", so Finanzvorstand Florian Nowonty. Man beobachte die Vorgänge mit "Interesse, aber ohne Kopfschmerzen." Bei Conwert sei die Zypern-Tochter "ein Überbleibsel aus der Osteuropa-Expansion vor Jahren", so Conwert-Sprecher Clemens Billek. Einlagen habe man keine.

Aus steuerlichen Gründen hat auch die S-Immo laut Sprecherin Elisabeth Wagner eine zypriotische Tochter. Einlagen habe man ebenfalls nicht. "Sollte Zypern Doppelbesteuerungsabkommen aufkündigen, gibt es Alternativen", sagt auch Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch dem Wirtschaftsblatt. In Bulgarien liege die Unternehmensbesteuerung ebenfalls bei zehn Prozent. (red, derStandard.at, 25.3.2013)

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