Die Südroute vom Mondsee nach Indien

25. März 2013, 16:59
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Die österreichische Romantikstraße hat eine neue Abzweigung, die gerade zu einer aktuellen Großausstellung führt

In unseren Autofahrerköpfen sind Wege nun einmal fix asphaltiert: von Salzburg nach Wien immer auf der Autobahn, und eventuell von Zeit zu Zeit nachschauen, was es rechts oder links so gibt. Das war jenen Tourismusmanagern natürlich nicht recht, die entlang dieser Strecke Sehenswürdigkeiten zu vermarkten haben. Deshalb schufen sie die "Romantikstraße".

Zwischen den Ausgangs- oder Endpunkten liegen 20 historisch bedeutende Orte oder kulturell bedeutsame Plätze. Aber eigentlich sind es ja bereits zwei "Romantikstraßen": Beide starten im Wesentlichen bei Mondsee. Die nördlichere, die über Bad Ischl, Gmunden, Kremsmünster, Steyr, Amstetten und die Wachau führt, ist schon länger eine fixe touristische Größe. Die südlichere Themenroute wurde allerdings erst kürzlich installiert. Beiden Straßen ist gemein, dass sie durchgehend und deutlich erkennbar beschildert sind, wie Ronald Felder von der Arge "Die österreichische Romantikstraße" versichert. Das ist auch notwendig, denn jedes Navi, jede offizielle Beschilderung von Orten umgeht diese stillen, schönen Seitenstraßen und leitet stattdessen den Hauptverkehr auf Autobahnen und Schnellstraßen.

Operettenhafte Südroute

Auf der neuen, südlichen Route kommt man vorbei an bekannten und weniger bekannten Salzkammergutseen - etwa am Krottensee mit malerisch-operettenhaftem Schlösschen - und fährt im Tennengau durch moosig-enge Schluchten oder macht langsam Höhenmeter hinauf zum Pass Gschütt. Hier liegt eines der größten zusammenhängenden Almengebiete nördlich des Alpenhauptkamms, ein landschaftlicher Höhepunkt mit fantastischer Sicht, wo man sich ruhig länger aufhalten sollte. Danach geht's wieder runter ins Salzkammergut.

Der nächste - vorgeschlagene - Stopp ist ein gut bekannter: Hallstatt mit einer Führung zu den Gräberfeldern und dem an den Fels gebauten Friedhof samt Beinhaus. Dort kann man sich übrigens auch im neuen Heritage Hotel verwöhnen lassen - und wenn's unbedingt sein muss, sogar in der passenden Montur: "Rent a Dirndl" lautet das Angebot für eine stundenweise Leihe in Hallstatt.

Weiter geht es durchs Ausseerland zwischen Totem Gebirge und dem Dachsteinmassiv. Von hier aus ist etwa ein lohnender Abstecher auf die Tauplitzalm möglich, denn das Plateau dort oben bietet sich für große und kleine Rundwanderungen wie die Sechs-Seen-Runde an. Auch der Alpinist Heinrich Harrer war oft hier heroben, wohnte in der Grazer Hütte.

Wehrhaftes Kripperl

Wieder unten, zwischen Bad Mitterndorf und Liezen, muss man dem kleinen Ort Pürgg unbedingt einen Besuch abstatten: einer malerischen Ortschaft, die "das Kripperl der Steiermark" genannt wird. Im Wesentlichen besteht sie aus zwei Kirchen, einer wehrhaften mittelalterlichen Anlage und feschen Bürgerhäusern.

Eine nächste Station könnte bereits das Stift Admont mit seiner gigantischen Stiftsbibliothek sein, die um sechs Millionen Euro restauriert wurde; oder auch der sogenannte "Ökologische Fußabdruck" - eine Art Erlebnispark, der den Flächenfraß des westlichen Konsumenten thematisiert.

Geografisch und von den Möglichkeiten der Themenstraße stark verkürzt, landet man schließlich in Schallaburg. Wobei diese Station momentan sogar beweist, wohin "Romantik" auch führen kann: zu aktuellen Ausstellungen nämlich. Nach einer Pause öffnet das Renaissanceschloss Schallaburg heute, am 23. März, wieder seine Pforten für einen Einblick in das Indien der Maharadschas, wie der Titel der Ausstellung verrät.

Es ist eine nette Art von Hop-on, Hop-off, die man da betreiben kann. Nur einen Schwerpunkt je nach Interessen sollte man sich wohl schon vorher überlegen - schließlich gibt es auch ganz viele tolle Wirte entlang der Strecke. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Album, 23.3.2013)

  • Die "Romantikstraße" führt eigentlich immer zur Schallaburg - momentan aber wohl auch weiter in das "Indien der Maharadschas".
    foto: helmut lackinger/romantikstraße

    Die "Romantikstraße" führt eigentlich immer zur Schallaburg - momentan aber wohl auch weiter in das "Indien der Maharadschas".

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