E-Roller-Studie von KTM in Tokyo

25. März 2013, 16:59
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KTM zeigt auf der Tokyo Motorcycle Show, wie man sich in Mattighofen die urbane Mobilität vorstellt. Ob sie den Roller bald auf die Räder kriegen, wird abzuwarten sein

Piaggio zeigt mit Vespa, wie man heute richtig erfolgreich Motorräder baut. Das hat auch BMW verstanden und kurzerhand einen unglaublich guten Großraum-Scooter auf die Räder gestellt. Nun spielt auch schon KTM mit der Idee, einen Roller zu bauen. Doch nicht mit einem konventionellen Antrieb; der E-Speed, eine Studie, die KTM dieser Tage bei der Tokyo Motorshow präsentiert, wird elektrisch angetrieben.

Bis zu 85 km/h ist die Studie schnell, hat eine Permanentleistung von 11 kW, in Schilling umgerechnet sind das etwas mehr als 14 PS und ein maximales Drehmoment von 36 Newtonmeter. Als Energiespeicher dient eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 4,36 kWh. In zwei Stunden soll der Akku voll geladen sein. Eine Reichweite gibt KTM derzeit noch nicht an.

Die Freeride E als Roller

Das Antriebskonzept kennen wir bereits von der Freeride E, ein Enduro-Motorrad, von dem uns KTM seit Jahren hoch und heilig verspricht, dass es bald kommt. Außer einem Prototypen haben wir aber leider noch nichts gesehen. Sie soll mörderisch zu fahren sein – haben wir gehört. Aber noch warten wir sehnsüchtig.

Warum kommt die Freeride nicht? KTM weiß, wie man Offroad-Motorräder baut und hat eine Freeride mit Benzinmotor auch schon länger im Produktkatalog. Liegt es also am Elektronantrieb, dass der Launch der Freeride immer wieder verschoben wird?

Fragen über Fragen

Die Zuversicht von KTM, das Konzept doch noch umsetzen zu können, dürfte nicht gespielt sein. Denn warum sonst sollte man Kiska damit beauftragen, einen Roller zu zeichnen? Dass wir den E-Speed zuerst mit einem 125er-Motor auf der Straße sehen, ist unwahrscheinlich. Außerdem versprechen die Mattighofener, die Freeride E sei serienreif. Aber verdammt? Warum kommt sie dann nicht? Fürchtet man, sie nicht verkaufen zu können, weil es keine Kunden dafür gibt? Das ist sehr unwahrscheinlich. Zum einen warten ganze Enduroparks auf die orangen E-Crosser, zum zweiten wäre, als Konsequenz  dieser Befürchtung, einen E-Scooter zu entwickeln blanker Unsinn.

Die Entwicklung des Scooter scheint auch schon sehr weit zu sein. Immerhin hat sich KTM zu einem Riemenantrieb entschlossen, großen Rädern und einer Einarm-Aufhängung vorne wie hinten. Das Rückgrat ist KTM-typisch ein Gitterrohr-Rahmen, die Federelemente sind von WP. KTM steht der Sinn klar nach Sportlichkeit. Praktisch ist der E-Speed nämlich in dem Aufbau nicht. Stauraum dürfte so gut wie keiner vorhanden sein, und nicht einmal der Durchstieg ist eben. Aber da könnte sich natürlich, bis der Roller vielleicht doch einmal in Serie geht, alles ändern.

Pierer über Elektromobilität

KTM-CEO Stefan Pierer ist von der E-Mobilität als Ergänzung zum konventionellen Antrieb überzeugt: „Auf kurzen Strecken wird sich der Elektroantrieb langfristig durchsetzen – vor allem in Bereichen, die unter Umweltaspekten besonders sensibel sind, wie in der Natur und in Ballungsgebieten." Pierer hofft, dass durch den emissionsfreien Antrieb die Akzeptanz von Zweirädern in der Bevölkerung steigt.

Wir warten, Herr Pierer, und treten gerne an, die Akzeptanz zu steigern. Wir brauchen dazu nur noch die E-Motorräder von KTM. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 25.3.2013)

Informationen: KTM

  • Bis zu 85 km/h ist die Studie schnell, hat eine Permanentleistung von 11 kW, in Schilling umgerechnet sind das etwas mehr als 14 PS und ein maximales Drehmoment von 36 Newtonmeter.
    foto: ktm

    Bis zu 85 km/h ist die Studie schnell, hat eine Permanentleistung von 11 kW, in Schilling umgerechnet sind das etwas mehr als 14 PS und ein maximales Drehmoment von 36 Newtonmeter.

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    foto: ktm
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