Iberomorphes Netzwerk mit drei Musketieren, periodische Positionsrotationen, vielversprechende Linie

Analyse24. März 2013, 19:24
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Das Passnetzwerk des österreichischen Teams im Spiel gegen die Färöer-Inseln zeigt wenig überraschend eine außerordentlich massive Struktur. Verantwortlich dafür zeichnen die Dominanz in puncto Ballbesitz und das über weite Strecken praktizierte blitzschnelle Kombinationsspiel. Insofern liest sich das Ergebnis als Iberomorphes Netzwerk in der rot-weiß-roten Variante: Vor allem das dominante Dreieck wechselseitiger Passbeziehungen zwischen Alaba, Junuzovic und Arnautovic erinnert in seiner Form an die spanische Robustheit à la Xavi, Iniesta & Co.

Die drei Musketiere aus der deutschen Bundesliga suchten und fanden einander in der Vorwärtsbewegung und erzeugten im Verbund mit dem linken Außenverteidiger Fuchs jene Dynamik, die das gegnerische Team vor allem in den ersten dreißig Spielminuten geradezu überrollte. Vor dem färingerischen Torraum riss die Mannschaft zudem durch periodische Positionsrotationen zwischen den Flügelspielern Arnautovic und Ivanschitz sowie im Zentrum (Alaba, Junuzovic) jene Löcher in die gegnerische Defensive, die Hosiner als zentraler Stürmer durch seine Schnelligkeit und Beweglichkeit kaltschnäuzig zu nützen wusste. Auch der später eingewechselte Weimann fügte sich in das Hochfrequenz-Netzwerk.

Auch wenn die Entfesselung des Spielrausches durch die nach- bis fahrlässig agierende Defensive der Färöer begünstigt wurde, zeigte sich eine vielversprechende spielerische Linie, die bereits in vorangegangenen Quali-Spielen zu erahnen war. Der Spielaufbau wirkte bezüglich der Pass- und Laufwege auch bei hoher Geschwindigkeit koordiniert, was es Neuankömmlingen mit Spielintelligenz wie Hosiner und Weimann erleichterte, ihre Qualitäten zu entfalten. Durch die Wiedererstarkung des rechten Verteidigers Garics erwies sich das gesamte Spiel trotz seiner tendenziellen Linkslastigkeit deutlich ausgewogener als im Herbst. (Helmut Neundlinger, DER STANDARD, 25.3.2013)

SCHLÜSSELSPIELER*

1. Junuzovic 210
2. Alaba 197
3. Arnautovic 184
4. Garics 159
5. Pogatetz 149
6. Fuchs 147
7. Dragovic 123
8. Ivanschitz 98
9. Hosiner 83
10. Kavlak 71
11. Leitgeb 69
12. Suttner 49
13. Weimann 39
14. Lindner 34

* Gegebene und angenommene Pässe

ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT

1. Suttner 100,0 (26 von 26)
2. Lindner 100,0 (20 von 20)
3. Dragovic 97,0 (65 von 67)
4. Pogatetz 96,4 (81 von 84)
5. Weimann 94,4 (17 von 18)
6. Leitgeb 92,3 (36 von 39)
7. Kavlak 89,7 (35 von 39)
8. Junuzovic 88,0 (81 von 92)
9. Garics 87,4 (76 von 87)
10. Fuchs 87,3 (69 von 79)
11. Ivanschitz 85,1 (40 von 47)
12. Alaba 82,1 (78 von 95)
13. Arnautovic 79,6 (66 von 83)
14. Hosiner 75,0 (21 von 28)

TEAMANTEIL ERFOLGREICHER PÄSSE

1. Junuzovic 11,4
2. Pogatetz 11,4
3. Alaba 11,0
4. Garics 10,7
5. Fuchs 9,7
6. Arnautovic 9,3

DIE MEISTEN PÄSSE/PASSVERSUCHE

1. Alaba - Arnautovic 29
2. Pogatetz - Dragovic 21
3. Alaba - Junuzovic 20
3. Arnautovic - Alaba 20
3. Fuchs - Junuzovic 20
6. Arnautovic - Junuzovic 19
6. Fuchs - Arnautovic 19
8. Junuzovic - Arnautovic 18
9. Arnautovic - Fuchs 16
10. Garics - Dragovic 15
10. Junuzovic - Fuchs 15
12. Alaba - Hosiner 13
12. Junuzovic - Alaba 13
12. Fuchs - Alaba 13
15. Dragovic - Garics 12
15. Pogatetz - Junuzovic 12
15. Lindner - Pogatetz 12
18. Pogatetz - Fuchs 11

AM ÖFTESTEN ANGESPIELT

1. Junuzovic 118
2. Alaba 102
3. Arnautovic 101
4. Garics 72
5. Fuchs 68
6. Pogatetz 65
7. Dragovic 56
8. Hosiner 55
9. Ivanschitz 51

GABEN DIE MEISTEN PÄSSE

1. Alaba 95
2. Junuzovic 92
3. Garics 87
4. Pogatetz 84
5. Arnautovic 83
6. Fuchs 79
7. Dragovic 67
8. Ivanschitz 47

Die Analytiker

FAS.research mit Sitz in Wien und New York war schon bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie den EM-Endrunden 2008 und 2012 im Einsatz und analysiert exklusiv für den STANDARD Österreichs WM-Quali-Spiele. Team: Ruth Pfosser, Helmut Neundlinger, Wolfgang Streibl und Harald Katzmair.

Der Ansatz

Die Spielzüge werden aufgenommen und codiert. Der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet, das Ergebnis wird interpretiert. In der Grafik werden die Ballwege zu den drei wichtigsten Passpartnern verdeutlicht. Die Kreisgrößen ergeben sich aus den Summen angekommener und abgegebener Pässe.

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FAS

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