Musharraf hofft nach riskantem Heimflug auf Comeback

24. März 2013, 18:16
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Der General kehrt nach vier Jahren Exil heim - Pakistan steht vor historischen Wahlen

"Ich habe keine Angst", versichert er, bevor er in Dubai ins Flugzeug steigt. Doch ganz entspannt wirkt Pervez Musharraf nicht, als er am Sonntag um 12.45 Uhr in der Hafenmetropole Karachi mit einem Tross treuer Fans landet. Nach rund vier Jahren im Exil kehrte Pakistans Ex-Militärherrscher nun in seine Heimat zurück - um bei den Wahlen im Mai ein Comeback zu versuchen und "Pakistan zu retten".

Er riskiert viel dabei. Nicht nur eine politische Blamage, sondern auch sein Leben. Die Taliban wollen ihn töten. Man werde den 69-Jährigen "in die Hölle schicken", tönen sie in einem Video hasserfüllt. Aus Angst vor Anschlägen verboten die Behörden eine geplante Kundgebung von Musharrafs Partei APML.

Historische Wahlen

Die Vorsicht ist begründet. Als im Oktober 2007 Hunderttausende in Karachi der zurückgekehrten Benazir Bhutto zujubelten, kam es zu einem Anschlag, bei dem 136 Menschen starben. Bhutto selbst wurde rund zwei Monate später ermordet.

Pakistan steht vor historischen Wahlen: Am 11. Mai soll es erstmals in seiner Geschichte einen demokratischen Machtwechsel geben, ohne dass das Militär vorher intervenierte. Nach tagelangem Streit ernannte die Wahlkommission am Sonntag den Ex-Richter Mir Hazar Khan Khoso zum Übergangspremier. Der 84-Jährige, den die Regierung vorgeschlagen hatte, soll bis 11. Mai die Geschäfte führen. (Christine Möllhoff, DER STANDARD, 25.3.2013)

  • Pervez Musharraf
    foto: epa/ali haider

    Pervez Musharraf

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