Argentinischer Komponist Gerardo Gandini gestorben

24. März 2013, 17:06
posten

War Musikdirektor des Teatro Colon und galt als Vertreter der Musik-Avantgarde - Gewann Preise beim Filmfestival Venedig und bei den Grammys

Buenos Aires - Der argentinische Pianist und Komponist Gerardo Gandini ist am Freitag in Buenos Aires im Alter von 77 Jahren gestorben. Dies teilte das Teatro Colon mit, dessen Musikdirektor Gandini 1998 gewesen war. Er war einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten Argentiniens. Die Gründung und mehrjährige Leitung des Experimentier-Zentrums des Teatro Colon gilt als ein entscheidender Beitrag Gandinis zur Entwicklung der musikalischen Avantgarde in Argentinien.

Gandini hatte in seiner Heimat mit Alberto Ginastera und im Konservatorium Santa Cecilia in Rom mit Goffredo Petrassi Komposition studiert. Zu seinen Klavierlehrern zählte die Franzosin Ivonne Loriod. Sein Werk umfasst Symphonien, Kammermusik, Klavierkonzerte, vier Opern und Filmmusik. 1998 erhielt er den Preis des Filmfestivals von Venedig für die Filmmusik zu Fernando Solanas Film "La Nube" ("Die Wolke"). Im Jahr 2001 leitete er das Philharmonie-Orchester von Buenos Aires.

Seine erste Oper, "La pasion de Buster Keaton" (Die Leidenschaft von Buster Keaton, 1978), basierte auf einem Libretto des Spaniers Rafael Alberti. Text und Handlung seiner Oper "La ciudad ausente" (Die abwesende Stadt, 1995) entstammten der Feder des argentinischen Schriftstellers Ricardo Piglia.

Als Pianist spielte er 1989 mit der letzten Tango-Band Astor Piazzollas. Bei rund hundert Konzerten entwickelte er eine Reihe von längeren Improvisationen im Rahmen von Piazzollas Kompositionen. Aus dieser Erfahrung heraus komponierte er seine "Postangos", mit denen er 2004 einen Latin-Grammy-Preis gewann. (APA, 24.3.2013)

Share if you care.