Syrischer Oppositionsführer al-Khatib tritt zurück

24. März 2013, 13:54
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Will sich damit Bewegungsfreiheit für weitere Arbeit verschaffen - Scharfe Kritik an internationaler Gemeinschaft

Damaskus - Der Vorsitzende der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe hat seinen Rücktritt erklärt. Ahmed Moaz al-Khatib, der die Syrische Nationalkoalition leitete, erklärte am Sonntag auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook, mit diesem Schritt wolle er sich die nötige Bewegungsfreiheit für seine weitere Arbeit verschaffen, die in offiziellen Institutionen nicht gegeben sei. Ein Sprecher bestätigte dessen Rücktritt.

Zugleich übte der moderate islamische Prediger, al-Khatib, scharfe Kritik an der Weltgemeinschaft. "In den vergangenen beiden Jahren wurden wir von einem beispiellos bösen Regime niedergemetzelt, während die Welt zugeschaut hat", schrieb al-Khatib. Zerstörung, Vertreibung, Massenverhaftungen und andere Tragödien reichten offensichtlich nicht aus für eine internationale Entscheidung, die den Syrern die Selbstverteidigung erlaube. Die Opposition fordert schon seit langem Waffen und finanzielle Unterstützung der Aufständischen.

Der aus Syriens Hauptstadt Damaskus stammende al-Khatib hatte das Bürgerkriegsland im vergangenen Sommer verlassen, nachdem Sicherheitskräfte von Staatschef Bashar al-Assad ihn mehrfach festgenommen hatten. Am 11. November wurde er bei einem Treffen der Opposition im Emirat Katar zum Präsidenten der Nationalen Koalition gewählt.

Zuletzt war al-Khatib in den eigenen Reihen in die Kritik geraten, weil er dem Regime von Machthaber -Assad unter bestimmten Bedingungen einen Dialog anbot.

Das Oppositionsbündnis wird inzwischen von vielen Staaten als rechtmäßiger Vertreter des syrischen Volks anerkannt. Erst vor wenigen Tagen wählte es den langjährigen US-Manager Ghassan Hitto zu seinem Übergangsregierungschef für die von Rebellen kontrollierten Gebiete Syriens. (APA, 24.3.2013)

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