Rebellenchef aus Kongo an Strafgerichtshof Den Haag überstellt

23. März 2013, 08:50
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Vorwurf: Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Den Haag - Erstmals in der Geschichte des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) hat sich mit dem kongolesischen Rebellenführer Bosco Ntaganda ein Gesuchter freiwillig gestellt. Ntaganda sei am frühen Samstagmorgen in der ICC-Haftanstalt in Den Haag angekommen, teilte das Gericht mit. Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter Mord, Vergewaltigung, sexuelle Versklavung von Mädchen und die Rekrutierung von Kindersoldaten. Ntaganda war bis vor kurzem ein Kommandeur der Rebellenbewegung M23. Nach deren Aufspaltung hatte er aber an Einfluss verloren. Am Montag stellte er sich überraschend in der US-Botschaft von Ruanda und bat um Überstellung nach Den Haag. Nach Einschätzung von Beobachtern ging Ntaganda davon aus, anderenfalls von rivalisierenden Rebellen getötet zu werden. Am Freitag war er von Kigali aus in Richtung Den Haag ausgeflogen worden.

Voraussichtlich am Dienstag soll Ntaganda erstmals vor dem ICC erscheinen.

Im Kongo sind in den vergangenen 15 Jahren bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mehr als fünf Millionen Menschen ums Leben gekommen. In vielen Gebieten des Landes leiden die Bürger noch immer unter der Gewalt von Rebellen, obwohl dort UN-Blauhelme stationiert sind. (Reuters, 23.3.2013)

  • Bosco Ntaganda hat sich freiwillig gestellt.
    foto: epa/alain wandimoyi

    Bosco Ntaganda hat sich freiwillig gestellt.

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