Albanien erstürmt Norwegen, Finnland frotzelt Spanien

23. März 2013, 19:53
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8:0-Kantersieg Englands in San Marino - Montenegro, Bosnien weiter Gruppenerste - Albanien, Island dürfen nach wie vor hoffen - Serbien nach Niederage in Zagreb vor dem Aus

Wien - Vize-Weltmeister Niederlande eilt mit einer makellosen Bilanz souverän in Richtung WM-Endrunde 2014. Gegen Estland feierte das Team von Bondscoach Louis van Gaal am Freitag in Amsterdam einen 3:0 (1:0)-Erfolg. Spanien hingegen musste sich in Gruppe I mit einem 1:1 zu Hause gegen Finnland zufriedengeben. Der Welt- und Europameister gab damit Platz eins an Frankreich ab, das sich gegen Georgien mit 3:1 durchsetzte. Am Dienstag steigt das Duell der beiden Großmächte, Spanien droht der Gang ins Play-off.

Den höchsten Sieg des Abends bzw. der gesamten bisherigen Qualifikation feierte England mit einem 8:0 in San Marino. Nach einem Eigentor der Gastgeber zum Auftakt machten Oxlade-Chamberlain (29.), Defoe (35., 77.), Young (39.), Lampard (42.), Rooney (54.) und Sturridge (70.) das Schützenfest perfekt. Tabellenführer in Gruppe H ist aber nach wie vor zwei Punkte vor den "Three Lions" Montenegro, das in Moldawien 1:0 siegte.

Die Niederländer verteidigten mit dem fünften Sieg im fünften Spiel und der Maximalausbeute von 15 Punkten den ersten Platz in der Gruppe D. HSV-Star Rafael van der Vaart (47.), Robin van Persie (72.) und Ruben Schaken (84.) trafen für Oranje. Je fünf Zähler dahinter rangieren Ungarn und Rumänien, die sich im Geisterspiel von Budapest mit 2:2 trennten. Der ungarische Sturm-Graz-Angreifer Imre Szabics spielte bis zur 58. Minute.

Spanien daheim nur X, Sieg in Paris fast Pflicht

Spanien ging in Gijon durch Real Madrids Sergio Ramos erst nach Wiederbeginn in Führung (49.), Teemo Pukki, Clubkollege von Christian Fuchs bei Schalke 04, versetzte den Iberern in der Schlussphase (79.) aber einen herben Dämpfer. Der Rückstand auf Frankreich beträgt vor dem direkten Duell am Dienstag nun zwei Zähler. "Die WM ist in Gefahr", war am Samstag auf der Titelseite der Sportzeitung "Sport" zu lesen.

Vicente del Bosque sah die Sache gelassen. "Wir haben das Spiel 90 Minuten dominiert, aber vorne kein Glück gehabt", sagte Spaniens Teamchef. Deshalb gebe es auch keinen Grund pessimistisch zu sein. "Wir haben nach wie vor alles in unserer Hand. Wir müssen in Frankreich gewinnen und dann sind noch drei Spiele zu spielen", ergänzte der 62-Jährige. Der Druck für Spanien ist jedenfalls enorm groß, schon bei einem Remis in Paris müssten sich die Spanier wohl mehr denn je mit dem Thema Playoff auseinandersetzen.

Neben Iker Casillas und Carles Puyol müssen sie am Dienstag auch auf den gelbgesperrten David Silva verzichten, zudem ist der Einsatz des angeschlagenen Jordi Alba fraglich. Dafür stehen die am Freitag geschonten Xavi und Xabi Alonso wieder zur Verfügung.

Bei den Franzosen spielte sich gegen Georgien Mathieu Valbuena mit einem Tor (47.) und zwei Assists für die Treffer von Olivier Giroud (45.+1) und Franck Ribery (61.) in den Vordergrund. "Es ist besser gegen Spanien zu spielen mit zwei Punkten Vorsprung als mit zwei Punkten Rückstand. Aber wir sollten nicht glauben, dass wir jetzt schon qualifiziert sind", warnte Teamchef Didier Deschamps nichtsdestoweniger.

Für die Georgier geht es genauso wie für Weißrussland und Finnland nur mehr um Rang drei. Im finnischen Lager jubelte man aufgrund des beachtlichen Teilerfolgs verständlicherweise trotzdem. "Wir haben Erfolg gehabt, weil wir sie frustriert haben", sagte Teamchef Mixu Paatelainen, der zahlreiche Barcelona-Matches studiert hatte, um die richtige Taktik zu finden.

Island und Albanien bleiben dran

Indes dürfen Island und Albanien weiter von der ersten Teilnahme an einer Endrunde träumen. Die Isländer gewannen in Slowenien dank Doppeltorschütze und Tottenham-Legionär Gylfi Sigurdsson (55./78.) 2:1. Die Nordeuropäer halten in Gruppe E so wie Albanien, das 1:0 in Norwegen (mit dem Salzburger Valon Berisha ab der 75. Minute) siegte, nun bei neun Punkten.

Im einzigen Samstag-Spiel kam Tabellenführer Schweiz in Zypern vor nur 3.000 Zuschauern zu einem 0:0. Die Eidgenossen, die in Nikosia zahlreiche hochkarätige Chancen vergaben, sind weiterhin ungeschlagen und führen mit 11 Punkten aus fünf Partien die Tabelle an, Zypern gab die Rote Laterne des Letzten an Slowenien ab. Trotz drückender Überlegenheit brauchte die Schweiz auch Glück, denn Zypern traf durch Konstantinos Makridis in der 33. Minute die Stange.

In Gruppe G setzte sich Tabellenführer Bosnien-Herzegowina mit einem 3:1-Heimsieg drei Punkte von den zweitplatzierten Hellenen ab. Die Slowakei, die mit dem Salzburger Dusan Svento gegen Litauen zu Hause nur 1:1 spielte, hat als Dritter bereits fünf Punkte Rückstand. Das vom Österreicher Rene Pauritsch trainierte Liechtenstein ist zwar weiter Letzter, holte beim Heim-1:1 gegen Lettland aber immerhin den ersten Punkt in der laufenden Qualifikation. Das Tor für die Gastgeber erzielte WAC-Kicker Michele Polverino (17.).

Serbiens Mihajlovic angezählt

In der Gruppe A blieb es im und rund um das Nachbarschaftsduell Kroatien gegen Serbien in Zagreb ruhig, für Serbiens-Coach Sinisa Mihajlovic könnte das 0:2, das Mario Mandzukic und Ivica Olic fixierten, allerdings eine seiner letzten Partien gewesen sein. "Wir sind das Letzte vom Letzten", kommentierte die Zeitung "Blic" das drohende Aus ihrer Mannschaft in der Qualifikation: "Hau ab, Mihajlovic! Wir haben Deine Fehler satt!"

Kroatien liegt mit 13 Zählern aus fünf Spielen in der Tabelle punktegleich mit Spitzenreiter Belgien (2:0 in Mazedonien) auf Platz zwei. Diese beiden Teams haben sich bereits deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt. Serbien kann die Reise nach Brasilien mit nur vier Zählern aus fünf Partien fast schon abschreiben. (APA/sid, 23.3.2013)

Ergebnisse, 5. Runde der WM-Qualifikation:

Gruppe A

Kroatien - Serbien 2:0 (2:0) Zagreb.
Tore: Mandzukic (23.), Olic (37.)

Mazedonien - Belgien 0:2 (0:1) Skopje.
Tore: De Bruyne (26.), Hazard (62./Elfer)

Schottland - Wales 1:2 (1:0) Glasgow.
Tore: Hanley (45.+2) bzw. Ramsey (72./Elfer), Robson-Kanu (74.)

Gruppe B

Bulgarien - Malta 6:0 (2:0) Sofia.
Tore: Tonew (6., 38., 68.), Popow (47.), Gargorow (55.), Iwanow (78.)

Tschechien - Dänemark 0:3 (0:0) Olomouc.
Tore: Cornelius (57.), Kjaer (67.), Zimling (82.)

Gruppe D

Andorra - Türkei 0:2 (0:2) Andorra la Vella.
Tore: Inan (30.), Yilmaz (45.+2)

Ungarn - Rumänien 2:2 (1:0) Budapest.
Tore: Vanczak (16.), Dzsudzsak (71./Elfer) bzw. Mutu (68./Elfer), Chipciu (92.). Szabics (Ungarn/Sturm Graz) bis zur 58.

Niederlande - Estland 3:0 (0:0) Amsterdam.
Tore: Van der Vaart (47.), Van Persie (72.), Schaken (84.)

Gruppe A

Slowenien - Island 1:2 (1:0) Ljubljana.
Tore: Novakovic (34.) bzw. G. Sigurdsson (55., 78.).

Norwegen - Albanien 0:1 (0:0) Oslo.
Tore: Salihi (67.). Berisha (Norwegen/Salzburg) ab 75. Gelb-Rot: Lila (Albanien/75.)

Zypern - Schweiz 0:0 Nikosia

Gruppe E

Israel - Portugal 3:3 (2:1) Ramat Gan.
Tore: Hemed (24.), Ben Basat (40.), Gershon (70.) bzw. Bruno Alves (2.), Postiga (72.), Coentrao (93.)

Luxemburg - Aserbaidschan 0:0

Gruppe G

Liechtenstein - Lettland 1:1 (1:1) Vaduz.
Tore: Polverino (Liechtenstein/WAC/spielte durch) (17.) bzw. Cauna (30., vergab Elfer/62.). Liechtenstein mit Trainer Rene Pauritsch.

Slowakei - Litauen 1:1 (1:1) Zilina.
Tore: Jakubko (40.) bzw. Sernas (19.). Svento (Slowakei/Salzburg) spielte durch.

Bosnien Herzegowina - Griechenland 3:1 (2:0) Zenica.
Tore: Dzeko (29., 52.), Ibisevic (36.) bzw. Gekas (92.). Misimovic (Bosnien) vergab Elfer (36.) 

Moldawien - Montenegro 0:1 (0:0) Chisinau.
Tor: Vucinic (79.)

Polen - Ukraine 1:3 (1:3) Warschau.
Tore: Piszczek (18.) bzw. Jarmolenko (2.), Gusew (7.), Sosulja (45.)

San Marino - England 0:8 (0:5) Serravalle.
Tore: Della Valle (12./ET), Oxlade-Chamberlain (29.), Defoe (35., 77.), Young (39.), Lampard (42.), Rooney (54.), Sturridge (70.)

Gruppe I

Spanien - Finnland 1:1 (0:0) Gijon.
Tore: Pukki (79.) bzw. Ramos (49.)

Frankreich - Georgien 3:1 (1:0) Paris.
Tore: Giroud (45.+1), Valbuena (47.), Ribery (61.) bzw. Kobakhidze (71.)

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    Finnische Frotzelei trifft spanisches Heißblut.

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