Drogendeal im Häfen: Promi-Anwalt weist Vorwürfe zurück

22. März 2013, 19:15
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Strafverteidiger Werner Tomanek hält Vorwürfe für "unfassbar" und sieht sich als Opfer einer Verleumdung

Wien - Beim prominenten Wiener Strafverteidiger, der verdächtigt wird, mehrere Justizwachebeamte bestochen zu haben, handelt es sich um Werner Tomanek. Im Gespräch mit der APA bestätigte Tomanek am Freitagabend eine Meldung des "Kurier" (Samstag-Ausgabe), Akteineinsicht erhalten zu haben. Er verlangt nun die sofortige Einstellung des gegen ihn gerichteten Verfahrens und dienstrechtliche Konsequenzen bei der Staatsanwaltschaft Wien.

Dass gegen ihn auf Basis der Angaben einer Justizwachebeamtin ermittelt wird, "die augenscheinlich Probleme mit sich und der Welt hat und deswegen Gott und die Welt angezeigt hat", sei "unfassbar", polterte der 48-jährige Jurist. Nach Studium des Ermittlungsaktes sei er "noch erstaunter und zorniger über die Verdächtigungen, an denen absolut nichts dran ist, als vorher".

Die Beamtin, die im Frauentrakt der Justizanstalt Wien-Josefstadt tätig war, hatte im Oktober 2012 Anzeige erstattet. Sie behauptet, männliche Kollegen hätten den Schmuggel von Drogen und Handys ins Gefängnis zugelassen, wobei sie sich mit sexuellen Kontakten zu den belieferten Insassinnen bzw. Geldkuverts aus der Kanzlei Tomanek "schmieren" hätten lassen.

"Keinerlei Ermittlungsschritte"

"Das ist absurd. Ich kenne weder die Beamtin noch ihre drei Kollegen. Und keine einzige der Gefangenen, die beliefert worden sein soll, war oder ist eine Klientin von mir", hielt Tomanek dem entgegen. Für ihn sei völlig unverständlich, weshalb die Staatsanwaltschaft bei der brisanten Verdachtslage "keinerlei Ermittlungsschritte" gesetzt habe: "Wenn man schon davon ausgeht, dass ein Anwalt Drogen ins Gefängnis schmuggeln lässt, warum wurde kein 'Scheinkauf' in die Wege geleitet? Mittels einer Telefonüberwachung hätte man dann überprüfen können, ob an den Beschuldigungen etwas dran ist."

Das alles sei über einen Zeitraum von fünf Monaten unterblieben. Die Anzeige habe "im Gegenteil gar nichts ausgelöst. Die angeblich korrupten Beamten versehen weiter Dienst und sind nie suspendiert worden", so der Verteidiger, der zuletzt die mittlerweile rechtskräftig abgeurteilte Doppelmörderin Estibaliz C. vertreten hat. (APA, 22./23.3.2013)

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