Ostfirmen blicken westwärts

22. März 2013, 18:30
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Immer mehr Unternehmen aus dem Osten kaufen im Westen zu. Als Vorreiter wird der Finanzsektor genannt

Wien - Die Entwicklung von Firmenübernahmen innerhalb von Europa zeigt laut einer Studie der Hypo Capital Management in den vergangenen Jahren eine neue Entwicklung. Demnach drängen immer mehr osteuropäische Unternehmen in den Westen, wobei als Vorreiter der Finanzsektor zu sehen ist. "Der Finanzsektor war immer schon ein Vorbote und Wegbereiter bei Übernahmeaktivitäten", sagt Andreas Schuster, Vorstand in der Hypo Capital Management.

Insbesondere die Großbanken in Russland und der Türkei seien in den vergangenen Jahren besonders aktiv bei Firmenübernahmen gewesen, etwa die russische Sberbank, die im Vorjahr die Volksbank International (VBI), die Ostbankenholding der ÖVAG, gekauft hat. 2012 haben die Russen auch die türkische Denizbank übernommen. Die zweitgrößte russische Bank, die VTB, machte dagegen schon 2005 und 2007 von sich reden, als sie die Donau Bank in Wien, die damalige Ost-West-Handelsbank und die französische BCEN-Eurobank kaufte. Gleichzeitig sei die türkische Isbank ebenfalls schon geraume Zeit in Deutschland tätig, mit Filialen in den Niederlanden und Frankreich, heißt es.

Bessere Kreditqualität

Die genannten Institute weisen laut der Studie gegenüber ihren westlichen Pendants ein deutlich höheres Kredit- und Einlagenwachstum auf. Die VTB kommt dabei etwa auf 28,5 bzw. 39,6 Prozent (Halbjahr 2012 zu Halbjahr 2011), die Eurozone nur auf 6,3 bzw. 3,8 Prozent. Auch die Nettozinsmarge sowie Cost-Income-Ratio weisen oft bessere Werte auf.

Zudem hätten die eurasischen Banken im Schnitt deutlich weniger notleidende Kredite. (APA, DER STANDARD, 23./24.3.2013)

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