Vorbild Innsbruck

Kommentar22. März 2013, 18:21
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Eine neue Fraktion, die sich großteils aus frustrierten Schwarzen zusammen setzt

Sie gilt in Umfragen als die große Unbekannte: die Liste "vorwärts Tirol". Meinungsforscher geben ihr derzeit zwischen sechs und neun Prozent. "vorwärts Tirol" will aber mindestens ein zweistelliges Ergebnis und Platz zwei - hinter der ÖVP, die Platz eins im Rennen mit elf Listen wohl behalten wird.

Die neue Fraktion setzt sich, abgesehen von ihrem ehemals roten Spitzenkandidaten, aus frustrierten Schwarzen zusammen. Ideologisch schweißt der Frust über die ÖVP zusammen. Diese zerbröselt gerade. Denn die Frage der Agrargemeinschaften spaltet das Land. Landeshauptmann Günther Platter ist abhängig vom mächtigen Bauernbund. Und der will nicht, dass die Bauern ihre Reichtümer aus Schotterwerken und Grundverkäufen mit den Gemeinden teilen müssen - oder gar zurückgeben. Also bewegt sich nichts. Obwohl im Land längst kaum mehr Bauern ackern, wird Politik in diesem Fall nur für sie gemacht.

Politisches Gewicht gibt der Liste "vorwärts Tirol" die Frau im Hintergrund, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer. Sie macht mit der Ampelkoalition ihrer Liste "Für Innsbruck", Grüne und SPÖ vor, was in Tirol für eine ÖVP-Splittergruppe möglich ist: ein Regieren ohne ÖVP. Tirol ist mittlerweile weit moderner, jünger und bunter als die schwarze Landespartei. Eine Regierung ohne ÖVP könnte dem Land einen Schubs weg von den Bauernpfründen hin in Richtung Modernität geben. (Verena Langegger, DER STANDARD, 22./23.3.2013)

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