Spritpreis: Auf dem Korridor in den Urlaub

22. März 2013, 17:20
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Frühe Ostern, Schnee in den Bergen und neue Hotels - das sollte die Kassen der Tourismuswirtschaft in den nächsten Tagen klingeln lassen

Wien - Zypernkrise hin, Euroängste her. Auf das diesjährige Ostergeschäft dürfte das meistdiskutierte Thema dieser Tage jedenfalls nicht negativ abfärben. Selten zuvor waren die Rahmenbedingungen vor Beginn der ersten großen Reisewelle nach den Semesterferien so gut wie heuer.

Der Ostersonntag fällt dieses Jahr auf den 31. März; so früh war Ostern schon lange nicht. Auf den Bergen liegt im Gegensatz zu früheren Jahren noch viel Schnee; selbst in niedrigeren Lagen kann man noch Ski fahren. Zudem soll dieses Wochenende noch einiges an Neuschnee dazukommen.

Andererseits können auch die Touristiker in der Südsteiermark und im Burgenland dieser Tage auf gesteigerten Zuspruch von Gästen hoffen. Die Meteorologen sagen nämlich für Ostern vergleichsweise niedrige Temperaturen vorher. Das sollte Gäste verstärkt in die Thermenlandschaften der Region treiben.

Gut gebucht

"Die Karwoche ist durchwegs gut gebucht," weiß Gregor Hoch. Der Hotelier aus Lech bildet mit Michaela Reitterer seit kurzem die neue Doppelspitze der Österreichischen Hoteliervereinigung. "Klar ist aber auch, dass man Ostern nicht mit den Semesterferien im Februar vergleichen kann, während deren wir brettelvoll sind", sagte Hoch dem Standard.

Hauptverantwortlich dafür, ob das Ergebnis gut wird oder sogar sehr gut, ist das Wetter. "Alles, was wir heuer zu Ostern brauchen, ist viel Sonne," sagt der oberste Touristiker in der Wirtschaftskammer, Hans Schenner. "Im Winter ist es egal, ob es schön ist oder nicht - Hauptsache, es gibt Schnee, am besten Pulver. Zu Ostern will die Mehrzahl der Gäste vormittags Ski fahren und ab Mittag im Sonnenstuhl liegen." Gutes Wetter sei das einzige Mittel, um Kurzentschlossene zu dieser Jahreszeit in die Berge zu locken.

"Im Vergleich zum Buchungsstand vor einem Jahr liegen wir heuer für Ostern deutlich drüber", zeigt sich Klaus Hofmann, Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge im burgenländischen Seewinkel, etwas erstaunt. "Eigentlich könnte man erwarten, dass der Trend witterungsbedingt eher in Richtung Skiregionen geht."

300 Betten hat das Hotel, gut 900 Plätze gibt es in der Therme. Noch heuer soll der Startschuss für einen Ausbau von Hotel und Therme erfolgen, wie aus dem Landeshauptmannbüro in Eisenstadt zu hören ist. Geplant sind unter anderem eine Aufstockung der Lodge um insgesamt 130 Betten und eine neue Sauna nahe am See.

Treibstoffpreis eingefroren

Viele neue Hotelbetten wollen auch in Wien besetzt werden. Zuletzt hat das Palais Hansen Kempinski nach mehrjähriger Umbauzeit aufgesperrt - ein Haus mit 152 Zimmern und einer Präsidentensuite, die mit 15.000 Euro pro Nacht die teuerste der Stadt ist. Ein Ende des Booms bei Städtereisen sei nicht abzusehen, heißt es bei Wien Tourismus.

Anders als in früheren Jahren sollten sich Urlauber, die mit dem eigenen Auto ihr Feriendomizil ansteuern, auch nicht über exorbitante Preisausschläge an den Zapfsäulen ärgern müssen. Der Spritpreiskorridor tritt wieder in Kraft, das heißt, die Preise bleiben von Gründonnerstag um elf Uhr bis Ostermontag Mitternacht eingefroren.  (Günther Strobl, DER STANDARD, 23./24.3.2013)

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    Sonne - davon träumen nicht nur Städter, die einen ganzen Winter lang nicht gerade verwöhnt wurden damit. Auf viel Sonne zu Ostern hoffen auch Hoteliers, die wissen, was ihre Gäste wünschen.

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