Wandern am Neusiedler See: Länger die Lacken den Löffler nie lockten

22. März 2013, 16:57
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Im Seewinkel ist es heuer ungewöhnlich feucht. Solange das so bleibt, gibt es für gewöhnlich viele Vögel zu sehen

Die reichlichen Niederschläge des vergangenen Winters haben zu einem hohen Wasserstand des Neusiedler Sees und in den Lacken des Seewinkels geführt. Dort herrschen aktuell Verhältnisse, wie man sie schon seit Jahren nicht vorgefunden hat; und da der Vogelzug bereits begonnen hat, finden die Gefiederten auf ihrem Weg in den Norden, aber auch die Brutvögel der Region besonders gute Bedingungen vor. Es lässt sich also derzeit - und wohl auch noch in den nächsten Wochen - einiges im Seewinkel beobachten. Das gilt vor allem für eine Runde um die Lange Lacke, der größten der rund 40 Lacken im Gebiet des Nationalparks.

Ob die Lacken heuer überhaupt vollständig austrocknen werden, lässt sich noch nicht vorhersagen und hängt natürlich von den Trockenperioden des kommenden Sommers ab. Auch der Vogelzug hat sich - offensichtlich beeinflusst von den Veränderungen des Klimas - gewandelt. Viele Graureiher überwintern in den Auen der Flüsse, auch der eine oder andere Silberreiher tritt nicht mehr die Reise in den Süden an.

An und in der Langen Lacke sind laut Angaben der Ornithologen mehr als hundert Vogelarten zu beobachten, darunter Gänse, Löffler, Säbelschnäbler, Möwen, Seeschwalben, Uferläufer, Kiebitze, Weihen, Bussarde, Bekassine und Blässhühner. Mehrere kleine Aussichtstürme am Rand der Verlandungszonen erleichtern das Beobachten. Einen Feldstecher oder ein Fernrohr sollte man mithaben. Auch ein Vogelbestimmungsbuch leistet gute Dienste, obgleich mehrere Informationstafeln viel Wissenswertes über die seichten Gewässer und deren Bewohner vermitteln.

Die geschützten und gut beschilderten Zonen sollten für den Wanderer natürlich selbst dann tabu bleiben, wenn gerade kein Naturschützer in der Nähe ist.

Während des Vogelzugs ist die Zahl der Gefiederten, die sich im Seewinkel vorübergehend oder zum Brüten aufhalten, besonders groß, somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass es gar nichts zu beobachten gibt, als gering einzustufen. Derzeit sind auch die Temperaturen angenehm, während im Sommer die schattenlosen Wege nicht gerade für ideale Verhältnisse sorgen. Auf der Runde bestehen mehrere Möglichkeiten zur Ausweitung der Wanderung. Der Abstecher zum Warmsee ist oben erwähnt, ein Abstecher zum Zicksee wäre eine weitere Variante. Nicht zuletzt kann man die Tour direkt in Apetlon beginnen, um so einen weiteren Teil des Seewinkels kennenzulernen.

Die Wanderroute: Die Runde beginnt beim Parkplatz nahe dem Nationalparkstüberl. Man erreicht das Ufer der Langen Lacke und beginnt die Umrundung, am besten entgegen dem Uhrzeigersinn. Nach Passieren der Wörthenlacken bietet sich ein Abstecher zum Warmsee (Darscho) an. Für die Umrundung braucht man 2½ bis 3 Stunden, für den Abstecher zum Warmsee eine Dreiviertelstunde bis eine Stunde. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 23./24.3.2013)

  • Die Lange Lacke ist ein Vogel- und Wanderparadies.
    foto: österreich werbung/ popp g.

    Die Lange Lacke ist ein Vogel- und Wanderparadies.

  • Gesamtgehzeit 2½ bis 3 bzw. 4 Stunden, Höhendifferenz unerheblich. Kein Stützpunkt auf der Runde. ÖK25V Blatt 5209-Ost (Sankt Andrä am Zicksee), Maßstab 1:25.000
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 2½ bis 3 bzw. 4 Stunden, Höhendifferenz unerheblich. Kein Stützpunkt auf der Runde. ÖK25V Blatt 5209-Ost (Sankt Andrä am Zicksee), Maßstab 1:25.000

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