Chinua Achebe 82-jährig gestorben

22. März 2013, 18:28
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Der Bookerpreisträger von 2007 galt als die Stimme Nigerias

Boston - In seinen Romanen (Alles zerfällt) verlieh der nigerianische Autor Chinua Achebe der postkolonialen Kultur Afrikas eine kunstvoll-authentische Stimme. Afrika, der ausgebeutete Kontinent, verfügt über eine unüberblickbare Vielfalt von Ausdrucksweisen. Achebes Erzählart resultierte aus der Ibo-Sprache. Deren Erbe spiegelt sich in Dorfgeschichten wider, die Achebe ins Englische transponierte.

Achebes Berühmtheit in Europa basiert vor allem auf polemischen Einlassungen. Joseph Conrad und Ernest Hemingway warf er vor, die Schwarzen lediglich als Wilde vorgeführt zu haben: "eine ungeheuerliche Gotteslästerung". Deshalb habe er beschlossen, "mich selbst im Schreiben zu versuchen, Figuren zu entwerfen, die so waren wie die Menschen, die ich kannte".

Achebe wurde 2002 mit dem Deutschen Friedenspreis geehrt. 2007 erhielt er den internationalen Booker Prize. Er lebte seit 22 Jahren in den USA, wo er jetzt 82-jährig starb. (poh, DER STANDARD,  23./24.3.2013)

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