Kein Fortschrittsmotor: Das Ende des Rennsports

Kolumne26. März 2013, 16:46
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Der mobile Alltag profitiert kaum von den technischen Spitzenleistungen

Friedrich Indra, ehemaliger Chef der Vorausentwicklung bei GM Powertrain, nach der Karriere nun wieder in Wien, hielt im Rahmen einer Veranstaltung des Österreichischen Vereins für Kraftfahrzeugtechnik einen Vortrag über die Sinnhaftigkeit von Hybridtechnik im Motorsport.

Daraus ergaben sich folgende Erkenntnisse: Der enorme Zusatzaufwand lohnt im sportlichen Sinn nicht. Das Mehrgewicht durch die aufwändige Technik macht die Autos unter dem Strich nicht schneller und sparsamer auch nicht. Als günstigste Möglichkeiten im sportlichen Sinn erscheint eigentlich ein optimierter Verbrennungsmotor alleine. Sieger wird letztlich immer der, der sich am schnellsten an die ständig wechselnden, teilweise obskuren Reglements anpasst.

Kein Fortschrittsmotor

Daraus ergeben sich für die Zuhörenden einige Schlussfolgerungen: Schon in den vergangenen Jahrzehnten konnte der Motorsport sehr wenig zum Fortschritt der Antriebstechnik beitragen. Hauptgrund: Dort wird auf maximale Leistung gezielt, im zivilen Leben zählt minimaler Verbrauch. Mit der Hybridtechnik hat sich diese Schere noch weiter aufgetan. Wenn Motorsport also in Zukunft mehr sein soll als bloß ein Geschäftsmodell für wenige und ein Unterhaltungsprogramm für Randgruppen, sollte er sich doch wenigstens ansatzweise an den Herausforderungen der Zeit orientieren.

Das wird aber sehr schwierig. Motorsport funktioniert, wie zu erfahren war, am besten mit dem Ottomotor über die reine Lehre des Benzineinspritzens. Schon um den Diesel konkurrenzfähig zu machen, sind spezielle Reglements notwendig. Motorsport ist offenbar ein Kulturphänomen des Verbrennungsmotors, denn er macht auch die Musik dazu, zu der viele humorlos Lärm sagen. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 22.3.2013)

  • Als Renn- noch Breitensport war: Autoslalom zum Gaudium des Volkes. Am Steuer sitzt übrigens ein gewisser Jochen Rindt.
    foto: familie rindt

    Als Renn- noch Breitensport war: Autoslalom zum Gaudium des Volkes. Am Steuer sitzt übrigens ein gewisser Jochen Rindt.

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