Großes Psychologen-Treffen in Wien

22. März 2013, 13:16
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Organisator sieht beim Bereich der experimentellen Psychologie in Österreich noch Nachholbedarf

Wien - Mit der "Tagung experimentell arbeitender PsychologInnen" (TeaP) geht ab Sonntag (24. März) eine der wichtigsten Konferenzen der wissenschaftlichen Psychologie im deutschsprachigen Raum erstmals an der Universität Wien über die Bühne. An der Fakultät für Psychologie ist man davon überzeugt, dass mit der Veranstaltung "Wien in dem Bereich auf der Landkarte sichtbarer wird", erklärte Ko-Organisator Ulrich Ansorge. Mit moderaten Eintrittspreisen und einem Fokus auf Jungforscher will man vor allem dem Nachwuchs eine Teilnahme an der "TeaP" ermöglichen. Insgesamt werden knapp 1.000 Besucher erwartet.

"Die deutschsprachige Psychologie ist im experimentellen Bereich sicher gut aufgestellt", so Ansorge. Vor allem in Deutschland sei man auf Erfolge in diesem Bereich mit Recht stolz. Deutschsprachige Forscher seien mittlerweile international sehr anerkannt und es gebe kaum Ausgaben renommierter Fachzeitschriften, in denen keine Beiträge aus dem deutschen Sprachraum aufscheinen. "Man muss allerdings sagen, dass es in Österreich für den Bereich der experimentellen Psychologie extrem schwierig ist." Der Wissenschaftsfonds FWF verfüge über zu wenig Mittel, entsprechend groß sei die Konkurrenz. Ansorge: "Österreich könnte da nachlegen."

"Bühne für Nachwuchsforscher"

Seit zwei Jahren wird die "TeaP" auf Englisch abgehalten, um mehr internationales Publikum einzubinden. Die Tagung richte sich auch vorwiegend an den Forscher-Nachwuchs, "daher halten wir die Ticketpreise auch extrem niedrig". Doktoranden bezahlen als Frühbucher 45 Euro, der Vollpreis beträgt 90 Euro.

"Die 'TeaP' ist die Bühne für Nachwuchsforscher, daher haben wir uns auch wieder bemüht, dort das Kriterium niedrig anzusetzen. Im Zweifel würden wir eher einen renommierten Forscher lediglich um eine Präsentation eines Posters bitten, um dafür einem Nachwuchsforscher die Chance zu geben, vor dem Plenum vorzutragen - das ist traditionell so", erklärte Ansorge.

Große Themen werden etwa die grundlegenden Fragen des Zusammenhangs zwischen genetischen Voraussetzungen und ihren Auswirkungen auf die Psyche, die Einflüsse von Psychopharmaka auf psychische Prozesse oder der große Bereich wissenschaftlicher Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren sein. Dazu kämen mittlerweile auch viele Kongressbeiträge, die sich klassischen Forschungsbereichen nicht mehr wirklich zuordnen ließen, wie etwa "welche Rolle Aufmerksamkeit oder Gedächtnis in sozialen Prozessen spielt", so der Experimentalpsychologe. Außerdem würde auch die klinische Psychologie wieder mehr auf das Experiment setzen. Von der Uni Wien werden unter anderem Beiträge zu experimentellen Zugängen zur Wahrnehmung von Ästhetik kommen. (APA/red, derStandard.at, 22. 3. 2013)

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