"Gebe bis Vertragsende 100 Prozent"

22. März 2013, 10:32
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Marcel Kollers Vertrag läuft im November aus, ob er dem ÖFB darüber hinaus erhalten bleibt, hängt in erster Linie von den Ergebnissen ab. Auch eine Rückkehr in den Klubfußball ist für den Schweizer reizvoll

Die aktuelle Nationalmannschaft Österreichs gilt als stärkste seit vielen Jahren, dabei haben einige Schlüsselspieler ihr bestes Fußballeralter noch gar nicht erreicht. David Alaba, Marko Arnautovic und Aleksandar Dragovic sind erst Anfang 20, auch in der Generation der U20-WM-Vierten von 2007 um Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic und Martin Harnik schlummert weiteres Potenzial. Dazu kommen gestandene Kicker wie Andreas Ivanschitz, Marc Janko und Emanuel Pogatetz, die noch einige Jahre für die ÖFB-Auswahl wertvoll sein können.

Der Posten des österreichischen Teamchefs scheint also ein Job mit rosigen Zukunftsaussichten zu sein. Dennoch will sich Marcel Koller derzeit nicht deklarieren, ob er eine zweite Amtszeit anstrebt. "Mein Vertrag läuft im November aus (im Fall einer WM-Teilnahme gilt er bis einschließlich der Endrunde 2014, Anm.), und meine Aufgabe ist es, bis zu diesem Zeitpunkt 100 Prozent zu geben", sagte der Coach.

Zufriedenheit im ÖFB

Laut ÖFB-Präsident Leo Windtner ist eine Verlängerung des Schweizers vor allem von Resultaten abhängig - allerdings sei man mit der Arbeit des 52-Jährigen sehr zufrieden. Auch Koller selbst hat Gefallen an seiner Funktion, mit einem neuen Vertrag möchte er sich jetzt jedoch nicht beschäftigen. "In der momentanen Phase ist das kein Thema, und ich bin auch nicht nervös, weil ich nicht weiß, was nach dem November sein wird."

Es stehe ihm ohnehin nicht zu, eine Vertragsverlängerung zu verlangen. "Ich bin Angestellter des ÖFB. Es ist nicht meine Aufgabe, einen neuen Vertrag zu fordern. Wenn der ÖFB das Gefühl hat, es passt, wird man wahrscheinlich auf mich zukommen", vermutete Koller.

Bevorzugter Zwei-Jahres-Vertrag

Die Frage nach seiner Zukunft über den November hinaus würde sich nicht stellen, wäre Koller auf das ÖFB-Angebot bei den Verhandlungen im Oktober 2011 eingegangen. "Der ÖFB wollte damals einen Vertrag über vier Jahre bis einschließlich der Qualifikation für die EM 2016. Ich wollte es nicht, weil ich noch nie Nationaltrainer war. Deswegen habe ich gesagt, wir machen es einmal für zwei Jahre und schauen dann, was möglich ist."

Nach eineinhalb Jahren bei der österreichischen Auswahl weiß Koller, dass die Uhren bei Nationalteams anders als bei Vereinsmannschaften ticken. "Die Zeit ist einfach zu kurz, alles in zwei Jahren dorthin zu bringen, wo man hin möchte. Man braucht da viel mehr Zeit. Was im Vereinsfußball Monate sind, sind im Nationalteam Jahre."

Auch Klubfußball reizvoll

Aus diesem Grund ist es für Koller denkbar, in Zukunft wieder bei einem Verein zu arbeiten. "Trainer eines Klubs zu sein reizt mich nach wie vor, weil man da schneller etwas bewegen kann. Aber es gibt auch Vorteile als Teamchef, und in diesem Bereich habe ich jetzt auch Erfahrungen gesammelt."

Besonders positiv waren diese Erfahrungen in puncto Fanleidenschaft: "Man spürt, dass die Leute großes Interesse am Nationalteam haben. Sie unterstützen die Mannschaft, und das spüren die Spieler. Das gibt ein Gänsehautgefühl." (APA, 22.3.2013)

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    "Man spürt, dass die Leute großes Interesse am Nationalteam haben. Sie unterstützen die Mannschaft, und das spüren die Spieler."

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