Australien: Regierung entschuldigte sich für Zwangsadoptionen

22. März 2013, 10:25
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Zwischen 1951 und 1975 wurden vor allem unverheirateten Frauen Babys weggenommen - Jetzt hat sich die Regierung dafür formal entschuldigt

Sydney - In Australien sind unverheiratete Mütter Jahrzehnte lang gezwungen worden, ihre Babys zur Adoption freizugeben - am Donnerstag hat sich die Regierung dafür formal entschuldigt. "Wir verurteilen diese beschämende Praxis, die euch, den Müttern, das Grundrecht entzogen hat, eure Kinder zu lieben und aufzuziehen", sagte Premierministerin Julia Gillard im Parlament.

"Wir räumen die tief greifenden Folgen dieser Politik und Praxis für Väter ein, und erkennen den Schmerz an, der Brüdern, Schwestern, Großeltern, Partnern und anderen Familienangehörigen zugefügt wurde." Etwa 800 Betroffene hörten die Worte der Politikerin, Gillard erhielt mehrfach Applaus.

"Worte könnten den Schaden nicht gut machen"

"Bei Ihnen, den Müttern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch aussetzte, entschuldigen wir uns." Die betroffenen Mütter seien nicht über ihre Rechte aufgeklärt und mit falschen Beteuerungen getäuscht worden. "Sie wurden gezwungen, Zwang und Brutalität von Praktiken zu erleiden, die unethisch, ehrlos und in vielen Fällen illegal waren", führte Gillard in ihrer Entschuldigung aus.

"Worte könnten den Schaden nicht wieder gut machen", sagte die Labor-Parteichefin. Die Regierung stellte fünf Millionen australische Dollar (vier Millionen Euro) für Therapien und für Nachforschungen nach Verwandten zur Verfügung. Das Nationalarchiv bekommt 1,5 Millionen Dollar für die Aufarbeitung des Themas.

Druck auf unverheiratete Frauen

Der Entschuldigung war eine Untersuchung im Auftrag des Senats vorausgegangen, derzufolge von 1951 bis 1975 in Australien 225.000 Babys ihren Müttern zwangsweise weggenommen wurden. Auf unverheiratete Frauen wurde Druck ausgeübt, damit sie ihre Babys zur Adoption freigeben, die Adoptionen wurden als alternativlos dargestellt. Vielfach wurden in den Geburtsurkunden der betroffenen Kinder einfach die Adoptiveltern als leibliche Eltern eingetragen. (APA, 22.3.2013)

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