ATX schließt am Freitag klar im Minus

22. März 2013, 18:45
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Unsicherheit um Zypern bremst - Lenzing nach Zahlen abgeschlagen - Bankenwerte schwach

Wien - Die Wiener Börse hat am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit klaren Verlusten geschlossen. Der ATX fiel 30,68 Punkte oder 1,25 Prozent auf 2.421,68 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 16 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.438 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,51 Prozent, DAX/Frankfurt -0,21 Prozent, FTSE/London +0,12 Prozent und CAC-40/Paris -0,06 Prozent.

Nach einer schwachen Eröffnung tendierte der ATX im Verlauf in einer engen Bandbreite seitwärts. Erst in der letzten Handelsstunde ging es für den Wiener Leitindex weiter nach unten. Das Sentiment an den europäischen Leitbörsen hellte sich hingegen nach einem tieferen Frühhandel gegen Mittag vereinzelt etwas auf, nachdem sich an den Märkten die Hoffnung durchgesetzt hatte, dass sich über das Wochenende eine Lösung der Zypern-Krise abzeichnen dürfte, kommentiere ein Händler.

Zuletzt hatte eine Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden der zypriotischen Regierungspartei, Averof Neofytou, für Aufmerksamkeit gesorgt. Dieser erwartet eine Einigung mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds noch in den nächsten Stunden. Er hoffe auf eine Verabschiedung im Parlament noch diese Nacht.

Daneben fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft im März auf 106,7 Punkte nach 107,4 Punkten im Vormonat. Bankenvolkswirte hatten mit einem leichten Anstieg des viel beachteten Stimmungsbarometers auf 107,8 Punkte gerechnet.

Auf Unternehmensebenen büßten die Lenzing-Aktien kräftig ein und schlossen um 3,48 Prozent tiefer bei 69,01 Euro. Der Faserhersteller hat im vergangenen Jahr um fast 30 Prozent weniger Nettogewinn gemacht als 2011. Einem Wiener Händler zufolge sorgte insbesondere der Ausblick für 2013 für Enttäuschung.

Mit Verlusten verabschiedeten sich auch die Bankenwerte ins Wochenende. So ging es für die Papiere der Erste Group um 1,86 Prozent auf 22,89 Euro nach unten und Raiffeisen sackten als schwächster Wert im prime market um 4,51 Prozent auf 27,52 Euro ab.

Deutliche Kursrückgänge gab es auch bei den Wienerberger-Papieren, die sich um 3,78 Prozent auf 8,90 Euro ermäßigten, nachdem die Erste Group die Titel des Baustoffkonzerns von "Accumulate" auf "Reduce" abgestuft, gleichzeitig aber das Kursziel von 6,5 auf 8,5 Euro nach oben revidiert hatte. Die zurückgenommene Empfehlung wurde durch die starke Performance der Wienerberger-Aktie in den letzten Wochen begründet, wobei die Rally von Erste-Analyst Franz Hörl als zu optimistisch eingeschätzt wird.

Etwas fester schlossen hingegen die Anteilsscheine von BWT und stiegen um moderate 0,16 Prozent auf 15,38 Euro. Am Berichtstag wurde bekannt, dass die Papiere des oberösterreichischen Wasseraufbereiters ab April den prime market verlassen und in das Marktsegment standard market continuous wechseln müssen.

Gänzlich von der Wiener Börse ziehen sich indes die zur Vorarlberger Illwerke/VKW-Gruppe gehörende Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) zurück. Der endgültige Beschluss zum Delisting soll in der Hauptversammlung der VKW am 27. Juni fallen. Die im Segment standard market auction notierten Titel gingen heute unverändert bei 180,00 Euro aus dem Handel. (APA, 22.3.2013)

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