Tagesbestzeit für Räikkönen

22. März 2013, 09:10
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Lotus-Finne in Sepang knapp vor Vettel - Reifen weiter kritisch - Regen am Ende des zweiten Trainings

Fünf Tage nach seinem Auftakt-Triumph in Australien hat Kimi Räikkönen auch in Malaysia gleich wieder eine Duftmarke gesetzt. Trotz anfänglicher Technikprobleme am Lotus markierte der Finne am Freitag-Nachmittag (Ortszeit) mit seinem Lotus hauchdünn vor Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull Tagesbestzeit. Eines wurde schon bei den ersten Übungsrunden klar: Auch beim Hitzerennen in Sepang werden die Reifen zum rennentscheidenden Faktor.

Deshalb lag bei den meisten Teams der Fokus am Freitag auf vollen Tanks und Longruns, um das Rennverhalten der Pneus bei 33 Grad Luft- und über 40 Grad Asphalttemperatur zu simulieren. Die große Erkenntnis selbst im vergleichsweise kühlen Melbourne war gewesen, dass man wegen der stark abbauenden Reifen vor allem für den Rennsonntag und weniger für den am Samstag ausgefahrenen Platz in der Startaufstellung zu arbeiten hat.

Das taten die Teams am Freitag vor dem härtesten Saisonrennen auf dem 5,343 Kilometer langen Sepang International Circuit, auf dem am Sonntag (9.00 Uhr MEZ) im malaysischen Dschungel der zweite WM-Lauf des Jahres 2013 über die Bühne geht, ausführlich. 40 Minuten vor dem Ende der Nachmittagssession begann es zu Regnen, aber auch da gehörte Räikkönen zu den Schnellsten. "Das war ein ziemlich guter Tag", sagte der Finne.

Wie Räikkönen blieb auch Fernando Alonso, der am Sonntag zum 200. mal an einem Grand Prix teilnimmt, locker. In Sepang hat er seine erste Pole und sein erstes Podium geholt, Sonntag kann er sich zum ersten Vierfachsieger in Malysia machen.

"Sepang ist meine Lieblingsstrecke. Ich hoffe, da kommt jetzt noch etwas dazu", sagte der Ferrari-Star nach Platz vier am Freitag. "Unser Auto hat bei allen Bedingungen gut funktioniert", bilanzierte der Spanier unaufgeregt. Ihm macht nicht einmal die Hitze in Sepang etwas aus. "Alles nicht so schlimm, im Auto kriegen wir ja genug frische Luft."

Den Red-Bull-Fahrern gehen die neuen Pirelli-Reifen hingegen offenbar schon sehr auf die Nerven. "Das macht keinen Spaß. Wir können wegen der Reifen das Potenzial des Autos nicht ausschöpfen", ärgerte sich Dreifach-Champion Vettel über das Reifenschlamassel und klagte am Funk über starke Vibrationen an seinem RB9.

Teamkollege Mark Webber war am Vormittag schnellster Mann gewesen, aber auch der Australier schimpfte. "Es geht immer nur um Reifen, Reifen, Reifen, Reifen, Reifen", fauchte er nach dem Training.

Toto Wolff, der künftig die Gesamtverantwortung bei Mercedes-GP tragen wird, sah die Situation nach den Plätzen sieben und neun für Nico Rosberg bzw. Lewis Hamilton nicht unkritisch. "Wir hatten viel Benzin an Bord und gute Longruns. Am Ende waren die Reifen aber bis auf die Karkasse abgefahren", berichtete der Wiener.

Pirelli ist freilich nicht der Meinung, dass man etwas zu viel Weichspüler beim neuen Gummi erwischt hat. "Die Aufregung wird sich wie im Vorjahr nach einigen Rennen legen", ist Motorsportchef Paul Hembery überzeugt.

Nur die Plätze elf und zwölf gab es für die McLaren-Piloten Sergio Perez und Jenson Button. McLaren wies aber Vermutungen zurück, wonach man in China und Bahrain wieder auf das 2012er-Auto zurückwechseln könnte, um den schwächelnden, neuen MP4-28 zuhause in der Fabrik auf Vordermann zu bringen. "Alle unsere Energien liegen weiter auf dem A28", bekräftigte Sportdirektor Sam Michael. (APA; 22.3.2013)

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    Kimi Räikkönen am Weg zur Bestzeit.

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