Möglicher Therapie-Ansatz bei Lungenkrebs

22. März 2013, 07:06
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Rund 60 Patienten in Österreich sind jährlich von Gehirnmetastasen in Verbindung mit ALK-positivem Lungenkrebs betroffen

Wien - Lungenkrebs ist weltweit die häufigste Ursache für Mortalität bei Krebs. In Österreich erkranken jährlich rund 4.000 Menschen an dieser Tumor-Art. Besonders problematisch ist die Entwicklung von Gehirnmetastasen in Verbindung mit dem Karzinom. Dafür gab es bisher - abgesehen von Operation oder Bestrahlung - keine Therapiemöglichkeit. Jetzt haben Forscher der MedUni Wien einen möglichen neuen Therapie-Ansatzpunkt identifiziert, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

In einer Studie des Comprehensive Cancer Centers der MedUni Wien (CNS Unit/Central Nervous Systems Tumours Unit) unter der Leitung von Matthias Preusser und Peter Birner wurde in Kooperation mit der Universität Heidelberg demnach erstmals gezeigt, dass Veränderungen des ALK-Gens auch in Hirnmetastasen von Lungenkarzinomen nachweisbar sind - und nicht nur im Lungen-Tumor selbst. Die Ergebnisse wurden jetzt im Top-Magazin "Lung Cancer" publiziert.

Ist das ALK-Gen verändert, kann die Zelle dieses Gen nicht mehr regulieren. Es ist dann ständig aktiv und "zwingt" die Tumorzelle, sich unkontrolliert zu vermehren. Bei den Mutationen schließt sich das ALK-Gen stets mit einem Partner-Gen zusammen, in diesem Fall meist mit dem Gen EML4.

ALK-Angriff

"Die Ergebnisse zeigen, dass der Angriffspunkt von ALK-gerichteten Therapien auch in Hirnmetastasen vorhanden ist. Das könnte zu einer Erweiterung der Therapiekonzepte bei dieser Komplikation von bestimmten Lungenkarzinomen führen", erklärte Preusser, der auch Koordinator der neu gegründeten "Brain Metastases Platform" der europäischen Krebsforschungsgemeinschaft EORTC ist. Rund 60 Patienten in Österreich sind jährlich von Gehirnmetastasen in Verbindung mit ALK-positivem Lungenkrebs betroffen.

Bereits im Vorjahr war der MedUni Wien bei der Behandlung der aggressiven Lymphkrebs-Form ALCL mit einer auf ein ALK-Gen (NPM-ALK) ausgerichteten Therapie mit einem spezifischen PDFGR-Inhibitor ein Aufsehen erregender Erfolg in der Gruppe um Lukas Kenner gelungen.

"Mit der Gründung der CCC-CNS-Unit ist es der MedUni Wien gelungen, innerhalb von nur zwei Jahren ins internationale Spitzenfeld bei der Forschung im Bereich der Hirnmetastasen vorzustoßen", erklärte Christoph Zielinski, Leiter des Comprehensive Cancer Centers. An der MedUni Wien gehört die Krebsforschung/Onkologie zu jenen fünf Forschungsclustern, in deren Fachgebieten vermehrt Schwerpunkte in der Grundlagen- und klinischen Forschung gesetzt werden. Die weiteren vier Forschungscluster sind Allergologie/Immunologie/Infektiologie, vaskuläre/ kardiale Medizin, Neurowissenschaften und Bildgebung (Imaging). (APA, 22.3.2013)

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