Ausländische Studierende: Gekommen, um zu gehen

Kommentar21. März 2013, 19:22
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Der Staat verhindert, dass ausländische Studierende nach ihrem Abschluss in Österreich bleiben

Österreich ist beliebt. Junge Menschen kommen gerne, um hier zu lernen und zu leben. Relativ niedrige Studienkosten und ein vielfältiges Angebot, aber auch die hohe Lebensqualität locken begabte Menschen nicht nur aus EU-Ländern, sondern auch aus Drittstaaten her. Fast fünfzig Prozent von ihnen würden nach Abschluss des Studiums auch gerne bleiben, sagt eine Untersuchung. Hier kommt der unlogische Teil: Der Staat verhindert das.

Er finanziert zum Teil die Ausbildung junger qualifizierter Menschen, verhindert durch zu hohe Hürden aber, dass sie auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können - ausgerechnet dann, wenn diese Menschen durch ihre Arbeit und in monetärer Form, nämlich mittels Steuern, etwas zurückgeben könnten. Vor zwei Jahren hat die Regierung die Rot-Weiß-Rot-Card beschlossen. Sie soll den Arbeitsmarktzugang für qualifizierte Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern erleichtern. Wenn die Regierung das will, ist es aber nur sinnvoll, die Karte auch so einzusetzen, dass die Zuwanderer nicht an den zu hohen Hürden scheitern.

Ein Bruttoeinkommen von 2000 Euro ist für Berufseinsteiger utopisch. Gerade Abgänger von geisteswissenschaftlichen Lehrgängen können das in der Praxis meist nicht erreichen. Die Grenze gehört heruntergesetzt, wenn die Regierung ein Interesse daran hat, fähige Leute auch hier zu halten. Bei den wenigen Fällen, um die es dabei geht, ist die Angst vor Lohndumping unbegründet. (Saskia Jungnikl, DER STANDARD, 22.3.2013)

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