Schmiergeldverdacht um den Ex-Begas-Chef

21. März 2013, 19:27
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Rudolf Simandl soll für eine ungarische Bürgerinitiative bestimmtes Bestechungsgeld selbst eingesteckt haben

Eisenstadt - Wieder einmal schüttelt das Burgenland mit den Worten "Der Simandl!" ungläubig den Kopf. "Der Simandl" ist der durch seine - mutmaßliche - Dreistigkeit in Gelddingen mittlerweile weit übers Pannonische hinaus bekannte Ex-Vorstandschef des burgenländischen Gasversorgers Begas, der im Vorjahr mit der Stromschwester Bewag zur Energie Burgenland verschmolz.

Seither wissen die gasversorgten Burgenländer, wozu die Begas - nicht nur, aber doch in weiten Bereichen auch - da gewesen ist: Um "dem Simandl" das Börsel zu füllen; mutmaßlich, klar, denn kein Gericht hat darüber noch geurteilt und also: Unschuldsvermutung.

Nicht widmungsgemäß

Von Kurt Kuch, dem Chefaufdecker von News mit wurzelbedingter Hellhörigkeit im Pannonischen, werden die Ermittler mit Einschlägigem gefüttert. Diese Woche mit einem Schmankerl: Der Tiroler Baulöwe Klaus Ortner habe der Energie Burgenland unlängst 2,6 Millionen überwiesen, weil es sein könne, dass diese schon einmal aus der Hand gegebene Summe von Rudolf Simandl eigennützig und nicht widmungsgemäß veranlagt worden sei.

Unter widmungsgemäß verstand man - mutmaßlich - einen Bestechungsversuch an einer ungarischen Bürgerinitiative, die vehement, Begas-seitigen Klagsdrohungen trotzend und letztlich erfolgreich gegen das Begas-Projekt einer absurd riesigen Müllverbrennungsanlage im südburgenländischen Heiligenkreuz gekämpft hat. Das Projekt wurde von der Energie Burgenland beerdigt, und nachdem ein Liechtensteinisches Simandl-Konto über rund 14 Millionen Euro aufgetaucht ist, schien es dem Tiroler Unternehmer, der häufig baute für die Begas, doch zu dämmern.

Politischer Aufklärungsbedarf

Dem grünen Landtagsabgeordneten Michel Reimon dämmert auch, was ihm schon schwante. Um die Dämmerung zu erhellen, ruft er nach einem Untersuchungsausschuss: "Es kann mir niemand erzählen, dass es bei einem so riesigen Projekt wie Heiligenkreuz keine Besprechungen mit der Landesspitze gegeben hat." Es gebe da "politischen, nicht nur strafrechtlichen Aufklärungsbedarf".

So einen Ausschuss wird es freilich nicht geben. SPÖ und ÖVP verweisen auf die Nichtzuständigkeit des Landes: Die Begas stand im Eigentum der Gemeinden. Unisono verlangen die zwei Regierungsparteien "restlose Aufklärung und volle Transparenz in diesem Kriminalfall", um den sich die Gerichte zu kümmern hätten. (Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 22.3.2013)

  • Rudolf Simandl ist durch seine - mutmaßliche - Dreistigkeit in Gelddingen mittlerweile weit übers Pannonische hinaus bekannt.
    foto: begas

    Rudolf Simandl ist durch seine - mutmaßliche - Dreistigkeit in Gelddingen mittlerweile weit übers Pannonische hinaus bekannt.

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