ÖVAG-Vorstand gräbt zweite Führungsebene um

21. März 2013, 17:18
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Es gibt erste Freistellungen, was sich stark auf die Zukunft der Bank auswirken dürfte

Wien - Kaum hat der Vorstand der Österreichischen Volksbanken AG (ÖVAG) unter Stephan Koren die zweite Führungsebene der Bank evaluieren lassen, gibt es auch schon erste Freistellungen.

Ende voriger Woche wurden zwei langjährige Bereichsleiter der vor einem Jahr teilverstaatlichten ÖVAG dienstfrei gestellt. Und das dürfte nur der Anfang sein, wie die Volksbanker nun fürchten. Grundlage für die Personalentscheidungen sind Assessments (Beurteilungsgespräche), die die Personalberater von Korn/Ferry im Auftrag des Vorstands durchgeführt haben (der STANDARD hat berichtet).

Personalrochaden

In den vergangenen Wochen mussten sich insgesamt 18 Manager - Bereichs- wie Abteilungsleiter - diesen Prüfungen unterziehen. Einige davon sind, wie die beiden Genannten, durchgefallen. Wie viele Freistellungen, Kündigungen oder unternehmensinterne Übersiedlungen von Managern in andere Bereiche noch folgen werden, ist derzeit nicht zu eruieren. Die Führungskräfte der Bank hat Koren jedenfalls am vorigen Montag verständigt - offiziellen Kommentar seitens der ÖVAG gibt es dazu nicht. Eines ist aber schon klar: Das Organigramm der Bank (gegen etliche Ex-Manager ermittelt auch die Justiz), wird kräftig umgezeichnet werden müssen.

Auf Schiene ist inzwischen auch der Immobilienverkauf der Bank. Insgesamt kommen sechs Bankgebäude - fünf davon in Wien-Alsergrund und die ehemalige Investkredit-Zentrale in der Wiener Innenstadt - auf den Markt. Betreut wird das zweistufige Bieterverfahren, das Geld in die klammen ÖVAG-Kassen spülen soll, von Karl Wlascheks Immobiliengesellschaft Örag und, rechtlich, von der Wiener Rechtsanwaltskanzlei PHH Prochaska Heine Havranek.

Die erste Runde wird bis zum 12. April laufen, bis dahin müssen die Interessenten ihre indikativen Angebote auf den Tisch legen. Ende Juni sollen dann die Käufer feststehen. (Renate Graber, DER STANDARD, 22.3.2013)

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    ÖVAG-Chef Stephan Koren dürfte für so manche Führungskraft der Bank eine Hiobsbotschaft parat haben.

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