Neues Landesmuseum: Vorarlberg von A bis Z

21. März 2013, 18:47
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Das "vorarlberg museum" am Bregenzer Kornmarktplatz erzählt das Making-of der Region

Bregenz - Ganz am Rand (von Österreich) oder mittendrin (in Europa)? Will man die Bezugssysteme Vorarlbergs ausloten, kommt es auf die Perspektive an. Das neue Landesmuseum nimmt sich die Freiheit, die Geschichte des Landes kritisch zu reflektieren, neue Thesen zur Konstruktion Vorarlbergs aufzustellen. Museumsdirektor Andreas Rudigier und sein Team gaben am Donnerstag einen ersten Einblick in die Konzeption des "vorarlberg museum" am Bregenzer Kornmarktplatz, das in drei Monaten eröffnet wird.

Im Jahr null (Rudigier) des neuen Museums steht die "altehrwürdige Einrichtung" nicht nur in völlig neuem Kleid da. Stadtseitig ein strahlend weißer Kubus mit Noppenfassade (Architekten Cukrowicz Nachbaur), seeseitig der renovierte klassizistische Bau, bekam das Museum ein modernes Innenleben. Mit "Rückendeckung für experimentelle Wege" durch Kulturlandesrätin Andrea Kaufmann (VP), wie Rudigier betonte.

Schaudepot mit 3000 Exponaten

Die Kernausstellung des Mehrspartenhauses, Vorarlberg - ein Making-of, verantwortet mit Markus Barnay einer jener kritischen Historiker, die Vorarlberger Zeitgeschichte neu geschrieben haben. Denkanstöße zur Entwicklung der Region, ihrer Zukunft will die Ausstellung geben, "nicht die Wahrheit verkünden, sondern auffordern, sich mit unseren Behauptungen auseinanderzusetzen" (Barnay).

Wie man in Vorarlberg lebt und spricht, macht Bruno Winkler durch eine akustische Passage hörbar. Die Hörbilder sind Schnittstelle zwischen Museum und Außenwelt.

Vorarlberg von A bis Z erzählt das Schaudepot mit 3000 Exponaten. Vollkommen entstaubt wurde die Archäologiesammlung. Römer oder so lässt einen ganz neuen Blick auf Brigantium und Umgebung zu. (jub, DER STANDARD, 22.3.2013)

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