Großstreik ließ 700 Lufthansa-Flüge ausfallen

21. März 2013, 16:27
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Auch Dutzende Österreich-Flüge waren betroffen. Man fliegt wieder nach Plan, doch der Streit um mehr Geld bleibt

Wien/Köln - An den großen deutschen Flughäfen wurden am Donnerstag wegen eines Warnstreiks knapp 700 Lufthansa-Flüge abgesagt. Damit war der Europaverkehr des Konzerns praktisch flächendeckend lahmgelegt. Auch Dutzende Österreich-Flüge waren betroffen. Vor der Gehaltsrunde am Freitag baute die Gewerkschaft Verdi weiter Druck auf. Ihr Chef Frank Bsirske hat weitere Protestaktionen angekündigt, sollte sich der Konzern im Tarifstreit nicht auf die Arbeitnehmer zubewegen.

Vorbild Flugbegleiter

Verdi fordert für 33.000 Lufthansa-Beschäftigte 5,2 Prozent mehr Gehalt und sichere Jobs. Die Lufthansa pocht dagegen auf eine zweijährige Nullrunde. Die Fronten sind verhärtet, der KV-Clinch könnte noch lange dauern, da die Airline keinerlei Spielraum sieht, um ihren Angestellten mehr zu zahlen. Bis 2015 soll das operative Ergebnis auf 2,3 Milliarden Euro steigen.

Bis dahin ist es ein weiter Weg: 2012 brach der operative Gewinn um ein Drittel auf 524 Millionen Euro ein. Unterm Strich stand nach Verkaufserlösen und Sondereffekten allerdings immer noch ein Überschuss von einer Milliarde. Verdi argumentiert demnach, dass die Lufthansa kein Sanierungsfall sei und ihren Beschäftigten durchaus einen Aufschlag zahlen könnte. Die Flugbegleiter hatten im Herbst noch einen fast 4-prozentigen Gehaltsaufschlag durchgesetzt - allerdings erst nach einem spektakulären Streik. (APA, 21.3.2013)

  • Auch Dutzende Österreich-Flüge waren betroffen.
    foto: epa/dedert arne

    Auch Dutzende Österreich-Flüge waren betroffen.

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