Mehr Tote bei Alpinunfällen in der heurigen Wintersaison

21. März 2013, 16:45
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Warnung vor Solotouren und Alkohol auf der Piste

Innsbruck - In der Wintersaison 2012/13 gab es weniger Unfälle in den Bergen, allerdings mehr Tote. Die Zahl der Toten auf Skipisten und auch die Zahl der tödlich verunglückten Lawinenopfer stieg an: 32 Menschen starben auf Skipisten, 19 Personen bei Lawinenabgängen. Insgesamt verloren heuer 102 Menschen (2011/12 waren es 93) bei Alpinunfällen ihr Leben. Dazu gehören auch "atypische Alpinunfälle" wie Arbeits- oder Verkehrsunfälle.

Weniger Unfälle

So nahmen die Bergunfälle insgesamt von 3935 im Winter 2011/12 auf 3733 ab. Um ein Drittel weniger Lawinenunfälle errechnete der Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, Karl Gabl. Es gebe auch weniger Unfallopfer auf den Skipisten: Bei 2450 Unfällen (2011/12 waren es 2521) kamen 4331 Beteiligten zu Schaden (im Winter 2011/12 waren es 4573). 30 bis 40 Prozent starben auf Skipisten nicht an Unfällen, sondern an Herz-Kreislauf-Versagen, erklärte Gabl.

Zunahme der tödlich verunglückten Tourengeher

Zugenommen hätten im vergangenen Winter jedoch die tödlich Unfälle von Tourengehern. Waren 2011/12 noch zwölf Menschen verunfallt, stieg die Zahl heuer auf 23. "Bei Skitouren häufen sich die Unfälle von Alleingehern", erklärte der Leiter der Tiroler Alpinpolizei, Norbert Zobel - obwohl bekannt sei, dass sich das Gefahrenpotenzial erhöhe, wenn man alleine unterwegs sei.

Für den Bergretter Peter Veider sind Variantenfahrer und Tourengeher meist sehr gut ausgerüstet, "extrem viele" seien mittlerweile mit Lawinenairbags ausgestattet. Allerdings würden die "äußeren Bedingungen" oft ignoriert, und es komme zu "eklatanten Fehlern" bei der Tourenführung. Zudem seien zu viele Personen bei Schlechtwetter alleine auf dem Berg unterwegs.

Jeder Fünfte nicht nüchtern

Den Alkoholkonsum von Skifahrern hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) getestet: Jeder fünfte Skifahrer auf der Piste sei alkoholisiert. Demnach seien zwar 80 Prozent beim Wedeln auf der Piste nüchtern. Von den restlichen 20 Prozent habe allerdings fast ein Drittel mehr als 0,5 Promille und dürfte somit nicht mehr Auto fahren. Ein Promilleobergrenze beim Skifahren gibt es aber nicht. Laut KfV steigt der Grad der Alkoholisierung mit der Dauer des Urlaubes. Und je älter die Skifahrer, desto nüchterner fahren sie ab. (ver, DER STANDARD, 22.3.2013)

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    Tödliche Unfälle auf Pisten und durch Lawinen in den Jahren 2008 bis 2013.

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