Missbrauchserfahrungen könnten Risikofaktor für Autismus sein

25. März 2013, 12:25
4 Postings

Frauen, die während der Kindheit körperlich oder psychisch missbraucht wurden, haben erhöhtes Risiko, später autistische Kinder zur Welt zu bringen

Washington - Frauen, die in ihrer Kindheit körperlich oder psychisch missbraucht worden sind, bringen nach einer US-Untersuchung später statistisch gesehen eher autistische Kinder zur Welt bringen als Frauen ohne Missbrauchserfahrungen. In einer vom Fachmagazin "JAMA Psychiatry" veröffentlichten Studie gelangten die Forscher zu dem Ergebnis, dass bei besonders schwer missbrauchten Frauen das Risiko eines autistischen Kindes im Vergleich um das Dreieinhalbfache erhöht ist.

Damit habe die Studie einen "völlig neuen Risikofaktor für Autismus" identifiziert, sagte Andrea Roberts, die Leiterin der Untersuchung an der Harvard School auf Public Health (HSPH). Für die Untersuchung waren die Daten von mehr als 50.000 Frauen ausgewertet worden.

Dabei fanden die Wissenschafter heraus, dass auch bei Frauen, die weniger schwere Missbrauchserlebnisse zu verarbeiten haben, das Risiko eines autistischen Kindes erhöht ist. In diesen Fällen war das Risiko demnach um 60 Prozent höher als bei Frauen ohne Missbrauchserfahrung.

Auswirkungen auf Immunsystem

Die Forscher vermuten, dass möglicherweise die langfristigen Wirkungen von Missbrauch auf das Immunsystem und die Stressresistenz der Frau das Risiko eines autistischen Kindes steigen lassen. Zu der genauen Ursachenkette seien aber weitere Forschungen notwendig. "Unsere Untersuchung legt nahe, dass die Auswirkungen von Missbrauch während der Kindheit über die Generationen hinweg reichen", sagte der an der Studie beteiligte Wissenschafter Marc Weisskopf. (APA/red, derStandard.at, 24.03.2013)

Share if you care.