AFL 2013: Sie sind wieder da

Blog21. März 2013, 12:53
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Die heimische Football-Bundesliga. Sechs Teams kämpfen vom 23. März bis zum 27. Juli um die Austrian Bowl XXIX

Der Spielmodus hat sich gegenüber 2012 nicht verändert und das ist auch schon eine der auffälligsten Neuigkeiten der Austrian Football League 2013. Jahrelang wurde der adaptiert, umgestellt, Aufsteigern angepasst, es wurden Nachzügler-Conferences erfunden und wieder abgeschafft. Das findet alles miteinander - zumindest von 2012 auf 2013 - nicht statt. Muss es auch nicht, denn jene sechs Teams, die bereits 2012 an den Start gingen, sind auch 2013 wieder mit dabei.

Wobei, nicht ganz. Die Prague Panthers haben sich mit den vor drei Jahren abgewanderten Black Hawks, die in den Jahren 2011 und 2012 ihr Ex-Team in der Czech Bowl schlugen, wieder vereint und heißen nun Prague Black Panthers. Die Folge ist ein weitaus größerer Kader. Nicht nur das macht aus den Tschechen einen schwer einzuschätzenden Gegner, auch ihr neuer Head Coach trägt einen klingenden Namen: Tom Smythe. Der heute 72-jährige US-Amerikaner hat von 1996 weg die Vikings Vienna an die Spitze Europas geführt.

Die Teams der AFL 2013

Die Titelverteidiger bringen mit Receiver Mike Zweifel und Runningback Jesse Lewis zwei neue US-Imports ins Spiel. Hybrid-Crack Tillman Stevens kehrt zurück. Offensiv wird sich voraussichtlich wenig ändern, nachdem der einzige heimische Quarterback der Liga, Christoph Gross, die US-Konkurrenz 2012 hinter sich gelassen hat. Für Head Coach Chris Calaycay war das Breakout-Jahr des lange Zeit gescholtenen Burgenländers keine Überraschung. Er glaubt sogar, dass der 24-Jährige heuer noch einmal zulegen kann. Probleme gibt es womöglich im eigentlichen Prunkstück der Wiener – der Defense. Konkret an der D-Line. Roman Meklau und Armin Novidi hören auf und damit könnte es auch mit der Dominanz der Wikinger an der Stelle vorbei sein, außer die Nachwuchshoffnungen Peter Baumgartner und Felix Tomemendal schlagen in ihrem ersten Jahr als Starter gleich ein. Alles in allem kann man die Vikings 2013 aber erneut zum engsten Favoritenkreis zählen.

  • Swarco Raiders Tirol

Selbiges gilt natürlich auch für die Raiders, die sich nach dem Double von 2011 (Austrian- und Eurobowl) ohne Titelgewinn im Vorjahr in die Off-Season verabschieden mussten. Auch sie müssen mit Abgängen klar kommen, die nicht so einfach zu kompensieren sein werden. Die Tiroler Football-Legende Mario Rinner beendete seine Karriere, auch Manuel Eisenführer und Andreas Pröller werden Head Coach Shuan Fatah nicht mehr zur Verfügung stehen. Runningback Florian Grein übernahm das Coaching des zweiten Teams und wird „Youngstar" Andreas Hofbauer nun endgültig den Vortritt lassen, der im Umfeld von Rückkehrer Talib Wise und Neuzugang Jayclen Taylor (Purdue) seinem bislang schon formidablen Laufspiel den letzten Schliff geben kann. Zum dritten Mal wird Kyle Callahan die Raiders als Quarterback in die Saison führen. Fatah setzt bei den US-Imports auf Kontinuität, er weiss, was er von Wise und Callahan bekommt.

  • JCL Giants Graz

Die Giants sehen ihren Generationswechsel als bereits abgeschlossen an. Der jüngste Head Coach des jüngsten Teams der AFL, Nick Johansen, erklärte seinen Jungs, dass sie nun keine Küken mehr sind. Ob das alleine für eine Austrian Bowl reichen wird (die letzte konnte 2008 an die Mur geholt werden), wird sich erst weisen. Mit James Canetti (Defense) hat man den dünnen Coaching Staff verstärkt, Alex Good ersetzt den nun nach fünf Saisonen endgültig zurück getretenen Chris Gunn auf der Quarterback-Position. Good hat ähnliche Veranlagungen und Qualitäten wie Gunn, ist sehr mobil und kann selbst Plays machen. Das ist ihm 2012 bei den Berlin Adlern ganz ordentlich gelungen. Eine Completion Rate von knapp 67 Prozent, 2.271 Yards Passing mit 18 Touchdowns und nur fünf Interceptions. Dazu lief er 187 Mal für 1.253 Yards und weitere 20 Touchdowns. Allerdings spielte er in der German Football League auch öfter mal gegen Gegner, die in der AFL  kaum ein Bein auf den Boden bekommen würden. Den Vergleich zwischen seinem Vorjahres-Team und der heimischen Bundesliga gibt es. Bei der klaren 7:34-Niederlage der Berliner gegen die Vikings, sah Good dann nicht mehr allzu gut aus. 9 von 26 Pässen für 69 Yards und (deren einer) TD kamen an. Immerhin lief er noch für 106 Yards. Ob Good also auch tatsächlich gut genug für die AFL ist, wird sich ebenfalls erst zeigen. Ganz sicher großartig ist Alex Gross. Trotz der Ankündigung des zweifachen AFL-MVPs, sich 2013 seinem Studium zu widmen, kehrt der US-Amerikaner überraschend zurück. Es wird, so sagt er, dieses Mal sicher seine letzte Saison, da er ab Sommer seinen Abschluss machen wird. Erneut wird Gross auf beiden Seiten spielen, die er 2012 wie kein anderer dominiert hat. Alles in allem haben die Giants genug von Ehrentiteln (fünf von zehn möglichen MVP-Titeln der letzten zwei Jahre gingen an sie) und wollen den großen Pokal wieder bei sich haben. „Es ist kein wirklich gutes Gefühl, für seine Leistungen bei einem Spiel geehrt zu werden, an dem man gar nicht teilnimmt", so Johansen.

  • Danube Dragons

Kontinuität ist auch das Stichwort bei den Dragons. Zum ersten Mal in der Zivko-Ära wurden Imports wiederverpflichtet. Ein „No Brainer" für beide Seiten soll dabei Tunde Ogun gewesen sein. Der Runningback, der am Anfang der Vorsaison noch Probleme hatte, sich in der AFL zurechtzufinden, wurde zum Saisonfinale hin immer stärker und fand sich am Ende sogar noch als Leading Rusher in den Statistiken wieder. Vielleicht eine kleine Überraschung ist die Rückkehr von Quarterback Jonathan Dally. Der US-Amerikaner verletzte sich im Vorjahr bereits im zweiten Spiel,  nach seinem Comeback spielte er unauffällig, aber weitgehend auch fehlerfrei. Wer „JD" wirklich ist, wird man also erst heuer sehen. Jedenfalls genießt er zusammen mit Ogun das volle Vertrauen von Head Coach Ivan Zivko, der strukturelle Veränderungen im Verein herbeigeführt hat. Das zweite Team der Drachen, welches in Österreichs vierter Liga antritt, wurde mit dem ersten in einem Pool vereint. Aus diesem will Zivko Talente fischen. Jeder soll so seine Chance bekommen. Für die Dragons gilt, die starke Spätform des Vorjahres zu konservieren und gleich im Frühjahr auf den Boden zu bringen. Dann ist für die Donaustädter viel drinnen.

  • Prague Black Panthers

Wie bereits erwähnt spielt Prag heuer erstmals als Fusions-Team in der Bundesliga mit. Das größte Problem der Panthers bisher war, dass sie mit dem Gamespeed der Raiders und vor allem der Vikings nicht mithalten konnten. Gegen die Wiener haben die Tschechen es in drei Jahren nicht einmal geschafft, auch nur einen einzigen Punkt aufs Scoreboard zu bringen. Weitaus besser lief es gegen die Giants, die man zwar ebenfalls noch nie schlagen konnte, aber knapp dran war, gegen die Dragons, die man im direkten Duell 2012 besiegen konnte und gegen die Rangers, die man zwei Mal schlug. Die mangelnde Geschwindigkeit ist auch Neo-Trainer Smythe aufgefallen und daran habe man in der Off-Season auch gearbeitet. Neben dem neuen Coach gibt es mit Andrew Shoop auch einen neuen Quarterback und mit Andre Whyte von den Black Hawks einen wieselflinken Defensive Back/Safety. Von Smythe weiß man, dass er aus wenig sehr viel machen kann, er bedient aber die Tastatur des Understatement-Klaviers. Zuerst müsse man gegen die Vikings überhaupt mal Punkte machen, bevor sein Ex-Team von seinem neuen Klub zu schlagen ist.

  • AFC Rangers Mödling

Die Rangers haben in der Off-Season für die spektakulärsten Transfers gesorgt. D-Liner Paul Sarantos lernte sein Handwerk an der Universität von Michigan, ein Head Coach von Linebacker Clinton Snyder vor Mathias Weinberger hieß Jim Harbaugh. Während Sarantos bei den Wolverines nie eine wichtige Rolle spielte, war Snyder bei Stanford ein Leader. Einer schweren Knöchelverletzung in seinem Senior-Jahr haben es die Mödlinger zu „verdanken", dass Snyder für sie in der AFL und nicht für die 49ers in der NFL spielt. Noch im Vorjahr schaute sich Harbaugh seinen ehemaligen Spieler in zwei Camps noch einmal an, er wurde von San Francisco schlussendlich aber nicht verpflichtet. Nun ist er an der Baggersee-Bay im Süden Wiens. Weinberger, dem als Coach nachgesagt wird, mit der AFL überfordert zu sein, hielt sich im Chefsessel der Niederösterreicher. Die haben ihm auch einiges zu verdanken, holte der 32-Jährige das Team schließlich von der dritten Liga binnen vier Jahren rauf in die Bundesliga. Die Niederlagen dazwischen kann man an einer Hand abzählen. Aus Fehlern des Vorjahres will man gelernt haben. So war Weinberger in der Off-Season bemüht, sein Team physisch auf Vordermann zu bringen (im Vorjahr weilte er fast drei Monate in Übersee), Quarterback Craig Maynard, der wieder geholt wurde, soll nur mehr auf der Position zum Einsatz kommen und ganz allgemein weiß man nun, wie viele Haie im kalten Becken schwimmen und wie Niederlagen schmecken. Der Lernprozess wird die Rangers zwar nicht schnurstracks in die Austrian Bowl führen, in der sie 1992 zum bisher einzigen Mal standen, aber zumindest die Distanz zu den anderen fünf Programmen sollte sich verringern lassen. Das ist auch das erklärte Ziel.

Die Importklasse 2013

Aus meiner Sicht eine erfreuliche Entwicklung ist die Qualität der US-Imports allgemein. Das meine ich nicht nur in sportlicher Hinsicht. Grund dafür ist wohl die überaus streng gehaltene Legionärs-Regelung in der AFL. Konnte man vor einigen Jahren noch Spieler aus dem Katalog „nachbestellen", wenn die bereits verpflichtenden nicht funktioniert haben, müssen heute die Imports gleich einschlagen. Die Mitglieder der 15-köpfigen Gruppe an US-Spielern, die man heuer in der AFL sehen wird, weisen Gemeinsamkeiten auf: Die Jungs sind allesamt „in Ordnung", heisst: es sind keine Diven, keine Wichtigmacher und keine Urlauber unter ihnen. Das war früher ganz anders. Könnten die Head Coaches auf manchen Positionen am Papier stärkere Amerikaner verpflichten? Ja. Sie tun es aber nicht. Es sind keine Superstars gefragt (die den Sprung in die NFL nicht geschafft haben, weil sie u.a. glaubten, das zu sein), die dann noch gerne ein Video von sich selbst hätten, wie sie in Europa alles zusammenfahren (was dann eh nie gelingt), sondern Athleten und Persönlichkeiten, die sich ganz einbringen und Führungsrollen in Mannschaften übernehmen. Das ist bei allen sechs AFL-Teams der Fall und das ist zweifellos gut so.

Raiders not amused

Weniger begeistert von der prolongierten Regelung – es dürfen nur zwei sogenannte A-Klasse-Spieler am Spieltag eingesetzt werden – sind die Swacro Raiders Tirol. Sie hätten gerne mehr, sind mit dem Wunsch allerdings erneut allein auf weiter Flur. Die A-Klasse-Regelung betrifft ja nicht US-Amerikaner per se, sondern prinzipiell alle, die die Voraussetzungen für einen Ö-Klasse-Spieler nicht erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel, dass es den Innsbruckern seit 2012 nur mehr möglich ist, einen Spieler aus Deutschland zu verpflichten, der nicht als A-Klasse-Spieler gilt, wenn er bei ihnen auch seinen Lebensmittelpunkt hat und einer Beschäftigung nachgeht. Ist er in Tirol zum Football spielen und lebt/arbeitet in Deutschland, dann wird er als Profi eingestuft. Die Regel bevorzugt also Teams mit einer nachhaltigen Nachwuchsarbeit, die die Raiders allerdings schon hätten. Sie ist jedoch in Europa einzigartig und auch nicht mit den europäischen Bewerben (drei Legionäre und nach wie vor so viele Europäer + Scheineuropäer, wie man möchte) kompatibel. Shuan Fatah geht da so weit, dass er sagt, dass Österreich lange nicht mehr mit seinen Klubs an der europäischen Spitze zu sehen sein wird. Dabei liegt ihm wohl noch die 3:35-Niederlage gegen Calanda im Eurobowl-Bewerb 2012 schwer im Magen. Die Schweizer quasi ohne Schweizer schlugen am Weg zu ihrem ersten Eurobowl-Titel auch die Giants und Vikings. Die beiden allerdings weitaus knapper, die Vikings im Finale um zwei Scores, bei den Giants im Viertelfinale waren es nur vier Pünktchen. Die „weg vom Fenster"-Prognose Fatahs' muss also nicht zwingend halten. Aktuell rangieren die Vikings auf Rang 2 und die Raiders auf Rang 3 der europäischen Klubrangliste.

Erdbeeren und Lego

In Österreich sollte, wie in Europa, mit drei US-Imports gespielt werden dürfen. Das meine ich. Den Rest, der auf nichts anderem wie Tricks und Winkelzügen mit Reispässen, weiland aus Erdbeer- und Legoland basiert, können und sollen wir tunlichst vermeiden, denn wir sind aus eigener Kraft stark genug. Die Deregulierung in Europa basiert ja nicht auf einer pfiffigen Agenda des europäischen Verbandes, sondern auf dessen Nichthandeln. Zwischen Wachkoma (noch elf Teams spielen im Meister-, sieben im Cup-Bewerb mit) und Schockstarre (Aberkennung des Vertretungsstatus seitens des Weltverbandes), ist man bei der EFAF seither mit viel wichtigeren Sachen beschäftig, wie der Aufrechterhaltung der Friedensordnung Europas nach dem zweiten Weltkrieg. Ernsthaft.

Wenn Shuan Fatah aber sagt, dass das in Deutschland anders (besser) ist, dann hat er vergessen zu erwähnen, dass dort Vereine eben deshalb mit einer frappierenden Regelmäßigkeit in Konkurse schlittern und von heute auf morgen von der Bildfläche verschwinden. Natürlich erst, nachdem sie mit einer zusammengekauften Truppe den Finaleinzug verpasst haben. Wenn er sagt (und auch das tat er), dass die Zuschauermassen wegen US-Amerikanern ins Stadion strömen und nicht wegen dem Eigenbau, dann hat er vergessen, dass, als er Coach bei den Adlern in Berlin war, seinem Tun in einem 20.000er-Stadion keine 1000 Leute zusehen wollten. Er blendet auch aus, dass die Bundesliga 2012 einen neuen Zuschauerrekord im 28igsten Jahr ihres Bestehens melden durfte. Ja, nicht in Innsbruck vielleicht, aber in Liebenau, Stadlau, am Verteilerkreis und in Wiener Neudorf. Wird schon wieder. Ich mache mir wenig Sorgen, dass die Fans deshalb aus dem Tivoli flüchten werden, nur weil der Runningback Hofbauer und nicht Huffpower heisst.

Auf der anderen Seite des Landes wird es dafür amüsant. Wenn Vikings Head Coach Chris Calaycay heute sagt: "Ich finde diese Regel sehr gut. Wir müssen und wollen unseren eigenen Nachwuchs fördern. Was wäre das für ein Zeichen an unsere Jugend, wenn wir plötzlich sieben Amerikaner holen?", dann muss jeder, der die Szene schon länger beobachtet, auch schmunzeln. Die Vikings hatten mit der Philosophie bis vor einigen Jahren nämlich überhaupt nichts am Hut. Erst als der brannte, setzte ein Umdenken ein. Es waren sie, die sich exzessiv mit US-Amerikanern verstärkt haben und die Eigenbauspieler außen vor ließen. Das ging halt auf Dauer nicht gut. Die Frage an Calaycay geht daher von hier zurück an ihn, der damals schon Coach war: Ja, was war es denn für ein Zeichen, als die Vikings 2008 besagte sieben Legionäre geholt haben?

Dass aus Gross tatsächlich ein richtiger Quarterback wurde, hat natürlich auch nicht geschadet, denn auf einem Legionärs-Fixposten einen Österreicher bringen zu können, ist ein derzeit noch einzigartiger Vorteil. Zugegeben: selbst erarbeitet. Wenn sich die Vikings heute aber als Behüter des österreichischen Wegs oder gar als Beschützer vor dem bösen Ansinnen der Tiroler darstellen, dann ist das zwar nicht zu 100 Prozent unehrlich, aber selbst im besten Fall nur die halbe Wahrheit. Wie so viel grau ist, wo manche nur Schwarz und Weiß sehen.

Sagt mir doch, wer spielt

Auch andere suchen ihre Vorteile, als gerechter Ausgleich dekoriert. Danube Dragons Head Coach Ivan Zivko brachte in der langen Off-Season seine Gedanken zu Papier, dass man Mannschaften mit nur zwei Legionären am Roster (nicht ganz zufällig auch seine) gegenüber Mannschaften mit drei oder mehr Legionären (Raiders und Vikings) gleichstellen müsste. (Anmerkung: Spielen dürfen letztendlich immer nur zwei, holen darf man sich aber so viele man mag.) Der Vorschlag sah konkret so aus, dass die Tiroler und die Wiener am Mittwoch vor dem Spieltag bereits bekannt geben müssen, wer ihre zwei US-Imports am Wochenende sein werden. Damit kann er sich besser vorbereiten und der Gegner wüsste schließlich ja auch gegen wen er spielt, weil sie (die Dragons) haben ja überhaupt nur zwei die spielen könnten. Sprich: Keine Gameday-Decisions mehr. Wenn sich ein Legionär zwischen Mittwoch und dem Spieltag verletzt, darf man ein Mal (pro Saison) tauschen. Ganz lieb.

Die Rangers und Giants stimmten dem Antrag bei der Ligasitzung im Herbst zu. Bei der späteren Generalversammlung des Verbandes wurde der Beschluss aber wieder gekippt. Nun kann man zu Zivkos' Vorschlag stehen, wie man will (auch ich halte das für groben Unfug, habe aber auch kein Team in der AFL am Start), der Vorgang selbst ist aber bedenklich. Da setzen sich die Bundesligaklubs auf einen Tisch und beschließen Modalitäten, die am Ende einer Minderheit von zwei Klubs nicht gefallen. Ist halt so, sollte man meinen. Die beiden holen sich dann aber Schützenhilfe aus den unteren Ligen, um das nachträglich, wenn dann alle bis runter zur Regionalliga stimmberechtigt sind, wieder abzuschaffen. Wozu dann überhaupt der ganze Zinnober? Ganz abgesehen von der Frage, warum ein Dorfklub aus der vierten Liga überhaupt eine Meinung zu Modalitäten in der Bundesliga haben sollte. Was ist denn sein Anliegen? Will er aufsteigen? Fragen für die Memoiren des Mysterien-Theaters' Programmdirektor.

Es kracht zum Start

Diese Kleinigkeiten, wenn man so will, werden die Attraktivität der Liga 2013 nicht schmälern können. Gefühlt sind alle sechs Teams besser geworden und fünf Mannschaften darf man womöglich sogar auf einem Level erwarten. ORF Sport+ wird fünf Spiele des zehnwöchigen Grunddurchgangs und die Chevrolet Austrian Bowl XXIX übertragen. Dazu hält er eine Option ab dem Halbfinale der European Football League. RaidersTV zeigt die Spiele der Swarco Raiders im Web, die Heimspiele sogar in HD und bis auf ein Spiel alles live. Warum eines fehlt, darüber gibt es in einer der nächsten Endzonen mehr zu lesen.

Die Saison startet am kommenden Samstag am Tivoli mit dem Kracher Raiders vs. Giants. Live zu sehen ab 14:15 Uhr eben auf ORF Sport+ und via raidersTV u.a. auch auf Football-Austria. Am Sonntag gastiert Prag auf der Hohen Warte bei den Vikings. Tom Smythe kehrt zu seiner alte Wirkungsstätte zurück und da wird wohl auch die ein oder andere Träne zerdrückt werden. Ich werde das auch tun, ist Smythe mitverantwortlich dafür, dass ich am Ende auch beim heimischen Football nachhaltig hängen geblieben bin. Und es waren damals ausschließlich US-Amerikaner, die ich sehen wollte, womit sich ein Kreis zu Fatah dann doch wieder zu schließen scheint. Nur mittlerweile sind mir die Herren Walch, Hofbauer, Sommer oder Haider genauso lieb, wenn nicht sogar lieber geworden. Einen Live-Ticker zum Spiel wird es hier geben.

Spielfrei haben die Dragons und Rangers. Kein zwingender Vorteil. Zwar sieht man einerseits damit, was auf einen in der zweiten Woche zukommen wird (die Rangers empfangen die Vikings, die Dragons gastieren bei den Giants), dafür geht man rostig in ein Spiel gegen ein bereits entrostetes Team. (Walter Reiterer; 21.3.2013)

AFL Woche 1

Swarco Raiders Tirol vs. JCL Giants Graz

Samstag 23. März 2013 14:30 Uhr, Tivoli Innsbruck

Raiffeisen Vikings vs. Prague Black Panthers

Sonntag 24. März 2013 15:00 Uhr, Hohe Warte Wien

  • Sechs Teams - zwölf Wochenenden - eine Bowl: Raiders RB Andreas Hofbauer, Vikings WR Laurinho Walch, Rangers DL Paul Sarantos, Dragons RB Tunde Ogun, Giants QB Alex Good und Black Panthers QB Andrew Shoop.
    foto: oliver spies/afbö

    Sechs Teams - zwölf Wochenenden - eine Bowl: Raiders RB Andreas Hofbauer, Vikings WR Laurinho Walch, Rangers DL Paul Sarantos, Dragons RB Tunde Ogun, Giants QB Alex Good und Black Panthers QB Andrew Shoop.

  • Vikings Head Coach Chris Calaycay will „die richtigen Zeichen setzen“. Seit einiger Zeit ist das bei den Wiener das Forcieren der Eigenbauspieler.
    foto: holly kellner/raiffeisen vikings

    Vikings Head Coach Chris Calaycay will „die richtigen Zeichen setzen“. Seit einiger Zeit ist das bei den Wiener das Forcieren der Eigenbauspieler.

  • Seiner Tiroler Nemesis Berliner Herkunft geht das zu weit. Raiders Cheftrainer Shuan Fatah sieht die Klubs aus der AFL für lange Zeit weg von der europäischen Spitze, weil die Legionärsregelung sie einengt.
    foto: oliver spies/afbö

    Seiner Tiroler Nemesis Berliner Herkunft geht das zu weit. Raiders Cheftrainer Shuan Fatah sieht die Klubs aus der AFL für lange Zeit weg von der europäischen Spitze, weil die Legionärsregelung sie einengt.

  • Nick Johansen möchte nicht mehr bei einem Spiel geehrt werden, an dem er gar nicht teilnimmt. Der Giants HC will den Titel wieder in die Steiermark holen.
    foto: oliver spies/afbö

    Nick Johansen möchte nicht mehr bei einem Spiel geehrt werden, an dem er gar nicht teilnimmt. Der Giants HC will den Titel wieder in die Steiermark holen.

  • Wollte seine Imports zurück und vorzeitigen wissen, gegen wen sie spielen. Erstes bekam Dragons Head Coach Ivan Zivko, zweites nicht.
    foto: oliver spies/afbö

    Wollte seine Imports zurück und vorzeitigen wissen, gegen wen sie spielen. Erstes bekam Dragons Head Coach Ivan Zivko, zweites nicht.

  • Zurück in der AFL. Tom Smythe, der aus den Vikings die Vikings machte, ist der neue Chef in Prag.
    foto: oliver spies/afbö

    Zurück in der AFL. Tom Smythe, der aus den Vikings die Vikings machte, ist der neue Chef in Prag.

  • One more year. Mathias Weingerber hielt seinen Posten als Cheftrainer der Rangers. Im zweiten Jahr sucht er mit seinem Team weiter den Anschluss an die Spitze.
    foto: oliver spies/afbö

    One more year. Mathias Weingerber hielt seinen Posten als Cheftrainer der Rangers. Im zweiten Jahr sucht er mit seinem Team weiter den Anschluss an die Spitze.

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