Was ihn bewegt: David Bowie, Rockstar

Ansichtssache21. März 2013, 17:21
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Der Künstler, der sich selbst zur Kunstgattung erhoben hat, blickt auf ein buntes Autoleben zurück

Dass die Ikone des Glam-Rock ein Faible für ausgefallenes Design hat, weiß man seit gut 40 Jahren. David Bowies Einfluss auf Mode, Musik und Lifestyle wird jetzt Tribut gezollt: Von Samstag bis 11. August 2013 zeigt das Londoner Victoria-and-Albert-Museum eine große Bowie-Retrospektive, unzählige Exponate sind zu sehen.

Als Co-Kurator fungiert niemand Geringerer als das italienische Modelabel Gucci. Stilmäßig ließ es der inzwischen 66-Jährige bekanntlich ordentlich krachen, auch Autos spielten für das Gesamtkunstwerk Bowie eine Rolle. Als 1973 seine LP "Aladdin Sane" auf den Markt kam, erstand der Rockstar standesgemäß einen Rolls-Royce-Oldtimer.

Von Jaguar bis Mercedes

Traditionell ging es weiter, Bowie legte sich einen Jaguar E-Type V12 zu, "in der richtigen Farbe", wie er  betonte: "British Racing Green." Gerne ließ sich der Brite auch in einem  Bentley Corniche chauffieren. Als Bowie in Berlin lebte, rauschten er und Iggy Pop in einem cremefarbenen Mercedes durch die Stadt, vielleicht der Grund dafür, dass er später in deutschen Printmedien für die E-Klasse warb.

Mini Cooper beauftragte den Künstler 1999 anlässlich des 40-jährigen Mini-Jubiläums, "seinen" Mini zu designen. Bowies Mini wurde komplett verchromt, die Fenster verspiegelt. Zur verchromten Hülle meinte Bowie: "Sie ist als Design gedacht, das sich nicht von seiner Umgebung unterscheidet, sondern sie wiedergibt." (Jutta Kroisleitner, DER STANDARD, 22.3.2013)

foto: mini

Der vollverchromte Jubiläums-Mini von 1999. Bowie sieht sich offenbar gerne in seinem Auto - der kleine Blender ist leider kein Exponat der Austellung im Victoria-and-Albert-Museum. Die folgenden exaltierten Schaustücke hingegen schon.

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foto: victoria and albert museum, london

Ein Bild aus der Fotoserie von Brian Duffy, das dem Album "Aladdin Sane" von 1973 ein Gesicht geben sollte. Zum Einsatz kam bekanntlich ein Motiv mit geschlossenen Augen.

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foto: victoria and albert museum, london

Ganzkörperkunstdress des Modedesigners Kansai Yamamoto, eingesetzt auf Bowies "Aladdin Sane"-Tournee. (Foto: Masayoshi Sukita)

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foto: victoria and albert museum, london

Ideal, wenn sich der Text für einen Song nicht einstellen mag: Die Cut-up-Technik. Der Meister griff nicht nur einmal auf die Methode zurück, im Bild die Textschnipsel für die Nummer "Blackout" vom 1977er-Album "Heroes".

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foto: victoria and albert museum, london

David Bowie und der Schriftsteller William S. Burroughs, per Kamera eingefangen von Terry O'Neill.

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foto: victoria and albert museum, london

Fotocollage aus manipulierten Film-Stills des Streifens "The Man Who Fell to Earth" (1976).

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foto: victoria and albert museum, london

Der Union-Jack-Mantel samt Künstler, beides eingesetzt am Cover des Albums "Earthling" von 1997. Design des markanten Stücks: David Bowie und Alexander McQueen. (Foto: Frank W. Ockenfels)

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