Polizeihubschrauber in Berlin kollidiert: Piloten von Schneewirbel irritiert

22. März 2013, 10:01
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Cockpit-Sprecher: "Wie Blindflug im Nebel" - Unglück forderte einen Toten und vier Verletzte

Die Untersuchung der Ursache für das Hubschrauber-Unglück am Berliner Olympiastadion wird nach Ansicht von Experten mehrere Monate dauern. Die Pilotenvereinigung Cockpit hält Schneeverwirbelungen für einen möglichen Auslöser der Kollision, bei der am Donnerstag ein Pilot starb und sieben Menschen verletzt wurden.

"Hochwirbelnder Schnee könnte eine Ursache sein. Der Pilot verliert dann die Orientierung für seine Geschwindigkeit, Höhe und Lage. Das ist wie ein Blindflug im Nebel", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Dies sei für Helikopter-Piloten aber kein unbekanntes Phänomen.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) will im April einen ersten Bericht zu dem Unfall vorlegen. Die BFU versuche, die Untersuchungen innerhalb von zwölf Monaten abschließen zu können.

Ein Toter, vier Verletzte

Bei einer Großübung der Bundespolizei waren in Berlin zwei Hubschrauber zusammengestoßen. Ein Polizist kam dabei ums Leben, mindestens vier Menschen wurden teils schwer verletzt. Die Polizeihubschrauber waren am Donnerstag im Schneetreiben am Olympiastadium kollidiert. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei dem Toten um einen der Piloten. Es gab mehrere Leichtverletzte. Bei der Übung sollten bis zu 400 Beamte den Einsatz gegen Fußball-Hooligans üben.

Die Hubschrauber hatten die Aufgabe, auf dem Maifeld am Stadion Einsatzkräfte abzusetzen. Nach Augenzeugenberichten passierte der Unfall im Schneegestöber bei der Landung dreier Helikopter. Die Rotoren wirbelten den Schnee zu einer weißen Wand auf, hinter der plötzlich ein lauter Knall zu hören war, wie eine Polizistin berichtete. Hubschrauberteile flogen durch die Luft. Zuschauer warfen sich in Deckung, mindestens einer von ihnen wurde am Bein getroffen.

100 Einsatzkräfte vor Ort

Als die Sicht besser wurde, bot sich ein schlimmer Anblick. Ein Hubschrauber lag zerstört auf der Seite, auch die andere Maschine war schwer beschädigt. Die Maschinen gingen aber nicht in Flammen auf. "Unsere Sorge war, dass Kerosin ausläuft", sagte Feuerwehrsprecher Stephan Fleischer. Die Berliner Feuerwehr war mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort, nachdem um 10.33 Uhr eine Alarmmeldung in der Zentrale eingegangen war.

Bundespolizisten bargen nach dem Absturz Kollegen aus den Wracks. Beamte hätten untereinander Erste Hilfe geleistet, berichtete der Sprecher der Berliner Bundespolizeidirektion, Meik Gauer. "Die Kollegen sind schockiert", sagte er zu der Stimmung nach dem Unglück.

Nach Polizeiangaben handelte es sich bei den verunglückten Helikoptern um einen mittleren Transporthubschrauber vom Typ AS 332 L1 Super Puma und einen leichten Transporthubschrauber des Typs EC 155 B. Die Puma-Maschine hat laut einer Übersicht der Bundespolizei 21 Sitzplätze, der EC-Helikopter 15 (jeweils einschließlich Besatzung). (APA, 22.3.2013)

  • Bei einer Übung der Bundespolizei in Berlin sind zwei Hubschrauber kollidiert. Eine Person kam dabei ums Leben, mindestens vier weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.
    foto: epa/hannibal hanschke

    Bei einer Übung der Bundespolizei in Berlin sind zwei Hubschrauber kollidiert. Eine Person kam dabei ums Leben, mindestens vier weitere Menschen wurden teils schwer verletzt.

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