Sprit und Geld werden in Zypern knapp

21. März 2013, 10:38
40 Postings

Wien/Nikosia - In Zypern gibt es wegen der Schließung der Banken erste Lieferengpässen bei Medikamenten. Auch Treibstoff wird langsam knapp. Viele Tankstellen nahmen am Donnerstag nur noch Bargeld an, auch einige Supermärkte akzeptierten keine Kreditkarten mehr. Die Banken sind wegen der schweren Finanzkrise seit sechs Tagen geschlossen, nur Geldautomaten funktionieren.

Allerdings haben viele Menschen mittlerweile keinen Cent mehr auf ihrem Girokonto, weil das Onlinebanking-System blockiert ist und damit Gehalts- und andere Zahlungen nicht möglich sind. "Wir haben das Sparschweinchen meines Sohnes zertrümmert, um Lebensmittel zu kaufen", sagte Mairi Stylianou, eine Hausfrau in Nikosia, der Nachrichtenagentur dpa.

Banken bleiben bis Dienstag geschlossen

Medikamente sind nach Angaben des Apothekerverbandes schon seit Tagen nicht mehr importiert worden. "Wenn die Banken bis kommenden Dienstag nicht aufmachen, werden wir Engpässe haben", hieß es in einer Erklärung der Apotheker in Nikosia. Der Präsident der Tankwarte der Hafenstadt Larnaka, Andreas Ioannou, ging im Fernsehen davon aus, dass die meisten Tankstellen am Wochenende schließen könnten. Sie hätten kein Geld mehr, um Spritnachschub zu kaufen.

Die maroden Banken bleiben laut der Zentralbank am Donnerstag und Freitag weiter geschlossen. Da am Montag Nationalfeiertag ist, werden die Banken nicht vor Dienstag wieder öffnen. Hintergrund ist die Angst vor einem Ansturm der Kunden auf die Bankschalter. (APA, 21.3.2013)

Share if you care.